Interkulturelles Treffen mit Musik am Oberbilker Markt in Düsseldorf

Am 10. Juli 2021 gab es nach langer Zeit ein musikalisches Wiederauferstehen auf dem Oberbilker Markt. Trotz aller Widrigkeiten gelang es der Düsseldorfer Veranstalterin Martina Pophal ein abwechslungsreiches Programm auf den Oberbilker Markt zu zaubern. Verschiedene lokale Initiativen und Akteur:innen luden vor Ort zum Austausch über Kunst, Kultur und Politik ein. Auf der Hauptbühne wurde von nachmittags bis in den späten Abend hinein ein buntes musikalisches Programm präsentiert. Auf der daneben liegenden kleinen Gesprächsbühne hatten die Projektaktiven der Initiativen und Kulturprojekte die Möglichkeit im Zwiegespräch mit der Veranstalterin, ihre Arbeit und Aktivitäten vorzustellen.

Der Landesmusikrat war diesmal mit vier aktuellen Förderprojekten vertreten und präsentierte zudem die neue kostenlose Online-Plattform Musikwelten NRW, welche die kulturell vielfältige Musikszene in Nordrhein-Westfalen zusammenbringen möchte.

Die beiden Dozent:innen des Projekts Sprachklang, Uschi Lauterjung und Hamma Rsho, stellen zusammen mit Teilnehmenden das Düsseldorfer Projekt vor. Zuerst gab es eine musikalische Einstimmung auf die orientalischen Rhythmen mit Gitarre und Daburka. Danach demonstrierten der Dozent und ein Kursteilnehmer unter Beteilung des Publikums, wie der Zugang zu komplizierten deutschen Wörtern durch Wiederholungen in Kombination mit arabischen Trommelrhythmen einfacher erlernt werden kann. Adressaten dieses Workshops sind Menschen, die mit den gängigen Unterrichtsformaten der Integrationskurse überfordert sind und Bedarf an niedrigschwelligen und inklusiven Lernformaten haben (https://lmr-nrw.de/aktuell/detail/sprachlernkurs-fuer-syrische-frauen-in-solingen).

Die Sängerinnen der inklusiven Projektband der Mädchenmusikakademie gaben musikalischen Input zum Thema Genderfluidität und warben mit ihrem neuen Song „Norman fährt Bus“ für Respekt und eine bunte Gesellschaft. Dieser Song ist während des Lockdowns in Form von digitalen Treffen im Rahmen des Songwriting-Projekts „Groove Together“ entstanden (https://www.facebook.com/maedchenmusikakademienrw/videos/278770300379762/). Die engagierten Musiker:innen aus Gelsenkirchen nahmen das begeisterte Publikum mit auf eine Reise durch die Vielfalt, in das Spannungsfeld zwischen Singer-Songwriter und Punk.

Die Band Musik of Hope aus Dortmund ist aus einem Empowerment-Projekt der Multiinstrumentalistin und Musiktherapeutin Zainab Lax entstanden und beim Flüchtlingshilfeverein „Train of Hope“ angesiedelt. Die Arbeit der Band beruht auf dem Konzept der Community Music, welches Aspekte der Musikpädagogik, Musiktherapie und Sozialen Arbeit einbindet und sich den Elementen Inklusion, Teilhabe, soziale Gerechtigkeit, persönliche Entwicklung und Demokratie verpflichtet fühlt. Die Frau am Bass brachte ihre großartige Band und ihre beiden Sänger mit viel Spaß und Spielfreude durch das abwechslungsreiche Bühnenprogramm. Zu hören gab es persische und griechische Lieder sowie englische Eigenkompositionen.

Die Hiphop-Crew Words Beyond Borders meldete sich mit einer deutlich verkleinerten Formation und einem neuen Song aus der Corona-Zwangspause zurück auf die Bühne. Die Düsseldorfer Rapper Behruz Hacker, arbab KLEIN, EviNmc und BrunoMC machten mit dem Kindersong „Alles wird gut“ Mut für eine postpandemische Zeit. Zudem präsentierten sie ihren Düsseldorfer Fans bekannte Songs der letzten beiden Jahre. Die Stimmung war wie immer am Kochen und es gab kein Halten bei den deutschen und persischen Songs der ausgesprochen sympathischen Crew. Wie bereits davor, bei den persischen Songs der Band Music of Hope, gab es auch bei Words Beyond Borders tatkräftige gesangliche Unterstützung der iranischen Community.

Words Beyond Borders möchten die Crew erweitern und sucht Unterstützung. Für Interessierte gibt es weitere Infos unter: http://musikwelten-nrw.de/profil/wbb-crew/

Die das Projekt Sprachklang und die drei Bandprojekte werden gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen über den Landesmusikrat NRW.

(Sandra Hoch, Rose Campion)

(Fotos: LMR)

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