Das Akkordeon ist "Instrument des Jahres" 2026. Die Landesmusikräte in Deutschland rücken jedes Jahr ein anders Instrument in den Mittelpunkt. So haben für das Jahr 2026 der Landesmusikrat NRW und die beiden Verbände Deutscher Akkordeonlehrer-Verband (DALV) und Deutscher Harmonika Verband (DHV), Landesverband NRW, gemeinsam ein ambitioniertes Programm aufgestellt. Schirmherr ist der Schauspieler und Akkordeonist Ulrich Tukur.
Das Akkordeon hat sich seit seiner Erfindung 1829 in Wien von einem „Spielzeug“ zu einem weltweit geschätzten Konzertinstrument entwickelt – vielseitig, ausdrucksstark und in vielen musikalischen Bereichen zu Hause. Als Soloinstrument, in der Kammermusik oder gemeinsam mit Orchestern, aber auch im Jazz, Tango oder in der Folklore zeigt das Akkordeon seine ganze Bandbreite. An Musikschulen wird es unterrichtet, in Vereinen spielen Menschen zusammen in Akkordeon-Ensembles, und an Hochschulen werden seit Jahrzehnten Instrumentalpädagoginnen und -pädagogen sowie konzertierende Musikerinnen und Musiker ausgebildet.
Für das Jahr 2026 haben der Landesmusikrat NRW und die beiden Verbände Deutscher Akkordeonlehrer-Verband (DALV) und Deutscher Harmonika Verband (DHV), Landesverband NRW, gemeinsam ein ambitioniertes Programm aufgestellt – ganz im Zeichen des Akkordeons als „Instrument des Jahres 2026“. Dabei zeigt sich: Das Jahr wird …
- vielgestaltig und generationenübergreifend: Für Kinder erscheint ein Bilderbuch, das spielerisch Lust auf das Instrument weckt.
- pädagogisch und öffentlichkeitswirksam: Lehrgänge, Workshops und die Einsätze in Schulen und Kindertagesstätten machen das Akkordeon erlebbar und zugänglich.
- kulturell und historisch-informativ: Museen und Ausstellungen rücken die Entwicklung und Vielfalt des Instruments in den Mittelpunkt.
Mit diesem Programm wollen die Verbände zeigen, wie lebendig und relevant das Akkordeon heute ist – in Unterricht, Ensemble, Konzert und Kulturarbeit. Das Jahr 2026 könnte damit für viele Musikerinnen und Musiker, Lernende und Musikinteressierte der ideale Moment sein, das Akkordeon (neu) zu entdecken.
Das Akkordeon, ein Instrument mit Geschichte und Vielseitigkeit: in NRW mit Ulrich Tukur
- Das Akkordeon ist ein Handbalginstrument, bei dem beim Öffnen und Schließen Luft durch metallene Zungen strömt, damit Töne erzeugt werden können.
- Auf der rechten Seite befindet sich eine Piano- oder eine Knopftastatur, auf der linken Seite dagegen sind es ausschließlich Knöpfe. Beim traditionellen Standardbassinstrument gibt es Bass- und Akkordknöpfe, beim Einzeltonakkordeon hat man, wie auf der rechten Seite, viele Töne über mehrere Oktaven. So kann ein Spieler gleichzeitig Melodie, Harmonie und Begleitung erzeugen.
- Durch diese Flexibilität deckt das Akkordeon eine enorme Bandbreite ab: von Kammermusik, Volks- und Weltmusik, Tango und Musette, über Jazz und Popularmusik bis hin zu zeitgenössischen und experimentellen Kompositionen.
So bietet das Akkordeon nicht nur einem Einzelnen große klangliche Möglichkeiten, sondern ist auch ein fester Bestandteil von Ensembles, Orchestern und vielfältigen musikalischen Projekten.
Robert v. Zahn
Warum 2026 das Jahr des Akkordeons ist
Für 2026 wurde das Akkordeon von vielen Landesmusikräten als Instrument des Jahres 2026 ausgewählt. Damit soll seine Vielseitigkeit und sein Potenzial – als Unterrichts-, Konzert- und Kulturinstrument – neu in den Fokus gerückt werden. Ziel ist es, das bewährte Image als Volks- oder „Folk“-Instrument zu erweitern und das Akkordeon in all seinen Facetten – klassisch, modern, traditionell und experimentell – sichtbar zu machen.
Im Rahmen des Jahres 2026 arbeiten die zuständigen Verbände ? der Landesmusikrat NRW, der Deutsche Akkordeonlehrer-Verband (DALV) und der Deutsche Harmonika Verband (DHV) NRW gemeinsam an einem abwechslungsreichen Programm, um das Akkordeon einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es steht nicht nur das Musizieren im Mittelpunkt, sondern auch das Bewusstsein für die klangliche, stilistische und kulturelle Vielfalt dieses Instruments.
Mit dem Jahr des Akkordeons 2026 öffnet sich eine Tür: zu neuen musikalischen Entdeckungen, intergenerationalem Musizieren und einer breiten Auseinandersetzung mit der Geschichte und Zukunft des Instruments. Wer schon immer neugierig war – 2026 ist der perfekte Zeitpunkt, das Akkordeon neu zu entdecken.
Schirmherr: Ulrich Tukur
Ulrich Tukur ist Schauspieler, Sänger und Akkordeonist. Sein Verhältnis zum Akkordeon besteht seit vielen Jahren und er versteht es, sich über das Akkordeon auszudrücken. Mit seiner Band „Rhythmus Boys“ eroberte er als Sänger und Akkordeonist das Publikum und im Januar und Februar 2026 wird er mit ihr erneut durch NRW ziehen. Tukur ist Schirmherr des Jahres des Akkordeons in Nordrhein-Westfalen und überzeugter Botschafter des Projekts.
Geplante Veranstaltungen & Projekte 2026 in NRW
Hier eine Auswahl konkreter Ereignisse:
01.02.2026 – 29.03.2026
Ausstellung „Instrument des Jahres 2026“
Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade, An der Kemnade 10, 45527 Hattingen – freier Eintritt. Die Ausstellung zeigt historische Instrumente, Noten, Fotos u. v. m.
4. Oktober 2025
Solokonzert mit Julius Schepansky (Akkordeon)
im Rahmen des Akkordeonherbstes
Philharmonie Essen, Huyssenallee 53, 45128 Essen – Programm u. a. mit Werken von Scarlatti, Bach, Stravinsky (UA), u.a.
ab Februar 2026 (fortlaufend)
Landesweite Schulprojekte & Musikschul-/Schulkooperationen
Verschiedene Musikschulen und Schulen in NRW lernen durch Musikerbesuche das Akkordeon und seine musikalischen Möglichkeiten kennen
9. April
Akkordeonale 2026 - Das internationale Akkordeon Festival, domicil Dortmund
25. April
"Music meets Mountains", Erstes Kölner Akkordeon Orchester im Sartory-Saal, Köln
6. Juni
Viva la Vida, Flashmob im Centro Oberhausen
13. Juni
Walzer von Yann Pierre Tiersen aus dem Film "Die wunderbare Welt der Amelie", Flashmob in der City von Viersen
13. Juni
“Tag des Akkordeons” auf dem Remigiusplatz Bonn (öffentlich in der Fussgängerzone) mit dem Akkordeon Orchester Königswinter 1957, dem Ersten Akkordeon-Club Niederkassel, Musikerinnen und Musikern der Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern
13. September
Uraufführung eines neuen Werks für Akkordeon und Orchester von Stefan Heucke: Marko Kassl Akkordeon, Western Balkans Youth Orchestra (WBYO) unter Leitung von Desar Sulejmani, Luise Albertz Halle Oberhausen
17. Januar 2027
Gala im Anneliese Brost-Musikforum Bochum mit Übergabe des Instruments des Jahres von Akkordeon-Ensembles an Künstlerinnen und Künstler des Synthesizers.
Mit der Ausrufung des Akkordeons zum Instrument des Jahres 2026 beteiligt sich der Deutsche Akkordeonlehrer-Verband Nordrhein-Westfalen (DALV NRW) mit einer landesweiten Reihe von Musikvermittlungsprojekten. Auch der Deutsche Harmonika Verband NRW wird Projekte beisteuern. Ziel dieser Initiative ist es, Kindern und Jugendlichen das Akkordeon als vielseitiges, modernes und künstlerisch vielseitig einsetzbares Instrument näherzubringen und zugleich neue kreative Zugänge zur Musik zu eröffnen. Die Projekte finden in unterschiedlichen schulischen und musikpädagogischen Kontexten statt – von Grundschulen über weiterführende Schulen bis hin zu Musikschulen – und werden von professionellen Akkordeonistinnen und Akkordeonisten durchgeführt. Die Programme verbinden Instrumentenvorstellung, musikalische Praxis und kreative Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Kuratorisch begleitet wird die Projektreihe von der Akkordeonistin und Pädagogin Tatjana Pereswetow, die zugleich selbst mehrere Veranstaltungen gestaltet.
Auftaktprojekt in Duisburg: Musik trifft Bildende Kunst
Am 23. Februar fiel in der Musik- und Kunstschule Duisburg der offizielle Startschuss für eine landesweite Reihe von Vermittlungsprojekten zum Instrument des Jahres 2026, dem Akkordeon. Den Auftakt bildete ein interdisziplinäres Projekt, das Musik und Bildende Kunst auf eindrucksvolle Weise miteinander verband und damit neue Zugänge zum Instrument eröffnete.
Die Akkordeonistin und Pädagogin Tatjana Pereswetow stellte Grundschulkindern nicht nur das Akkordeon als vielseitiges Klanginstrument vor, sondern auch das Prinzip der graphischen Notation. Anders als bei der traditionellen Notenschrift werden hier Klänge nicht durch Notenlinien und -zeichen, sondern durch Formen, Farben, Linien und Symbole dargestellt. Die Kinder lernten, dass Musik auch visuell gedacht und gestaltet werden kann.
Mit Begeisterung machten sich die Schülerinnen und Schüler daran, eigene graphische Partituren zu entwerfen. Linien wurden zu Melodien, Punkte zu Klängen, Farbflächen zu Klangräumen. Anschließend erlebten sie unmittelbar, wie ihre visuellen Ideen in Musik verwandelt wurden: Tatjana Pereswetow interpretierte die entstandenen Partituren spontan auf dem Akkordeon. So wurde der kreative Prozess vom Bild zum Klang für die Kinder unmittelbar erfahrbar. Einige der entstandenen Werke werden nun an den Flurwänden der Musik- und Kunstschule Duisburg ausgestellt und dokumentieren die Verbindung von bildnerischem Ausdruck und musikalischer Gestaltung.
Projekte an weiterführenden Schulen
Ein weiterer Schwerpunkt der Vermittlungsreihe liegt auf Veranstaltungen an weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen. Hier steht neben der Instrumentenvorstellung insbesondere die klangliche Vielfalt des Akkordeons im Mittelpunkt. Im Frühjahr 2026 finden entsprechende Projekte unter anderem statt an:
- Heisenberg-Gymnasium Leverkusen
- Lise-Meitner-Gymnasium Leverkusen
- Elsa-Brandström-Schule Oberhausen
- Gesamtschule Mülheim-Styrum
- Max-Planck-Gymnasium Bielefeld
- Ratsgymnasium Bielefeld
Die Terminliste steht unten zum Download bereit.
Die Veranstaltungen werden von den Akkordeonisten Nepomuk Golding und Till M. Mannes durchgeführt. In den Projekten erleben die Schülerinnen und Schüler das Akkordeon sowohl als Soloinstrument als auch als Ensemble- und Begleitinstrument. Neben musikalischen Demonstrationen werden auch Fragen zur Funktionsweise des Instruments, zu Stilrichtungen und zur Rolle des Akkordeons in verschiedenen musikalischen Kontexten behandelt.
Projekte an Grundschulen und Musikschulen
Ein weiterer Teil der Initiative richtet sich gezielt an Grundschulen und Musikschulen, wo spielerische und kreative Vermittlungsformen im Vordergrund stehen.
Zu den Veranstaltungsorten gehören unter anderem:
- Städtische Musikschule Mülheim an der Ruhr
- Musik- und Kunstschule Velbert
- Ostwall-Grundschule Lüdinghausen
- Marienschule Seppenrade
- Schule an der Ruhr in Essen-Kettwig
Die Projekte werden von Tatjana Pereswetow, Birgit Haverkock und Katharina Koenig gestaltet. In diesen Formaten steht vor allem das unmittelbare Musikerlebnis im Vordergrund: Kinder können Klangfarben entdecken, Rhythmus- und Bewegungsübungen ausprobieren und die Ausdrucksmöglichkeiten des Akkordeons kennenlernen. Auch diese Termine stehen unten zum Download bereit.
Professor Lauscher
Das Konzept zu Professor Lauscher - Im Klanglabor von musikvermittlung quergehöört ist 2019 als Auftragswerk des Deutschen Akkordeonlehrerverbands entstanden. Es lädt Kinder im Grundschulalter ein, mit dem kautzigen Klangforscher Professor Lauscher in seinem Labor das Akkordeon zu untersuchen. Prof. Lauscher wohnt mit seiner Katze Knöpfchen in einem schiefen Turm, umgeben von vielen sonderbaren Gegenständen, Werkzeugen und Erfindungen. An seinem Geburtstag steht plötzlich ein rätselhaftes Paket vor der Tür. Mit Hilfe seines Assistenten beginnt er, das unbekannte Klangobjekt darin zu erforschen.
Im Laufe dieser musikalischen Szene singen, sprechen und tanzen die Kinder gemeinsam mit den Akteuren auf der Bühne. Das Akkordeon wird in seiner ganzen facettenreichen Klangvielfalt gezeigt, die den Bogen von einzelnen Tönen und Geräuschen über freie Improvisation, Kinderlieder bis zu auskomponierten Stücken von W.A. Mozart und populärer zeitgenössischer Musik schlägt.
Ziel der Initiative
Die landesweiten Vermittlungsprojekte verfolgen mehrere Ziele:
- Bekanntmachung des Akkordeons als vielseitiges Konzert- und Unterrichtsinstrument
- niedrigschwellige Begegnung mit Musik für Kinder und Jugendliche
- Verbindung von Musik, Kreativität und interdisziplinären Ansätzen
- Stärkung der musikalischen Bildung in Schulen
Durch die Zusammenarbeit von Musikpädagoginnen und Musikpädagogen, Schulen und Musikschulen entsteht ein Netzwerk, das das Akkordeon in unterschiedlichen kulturellen Kontexten sichtbar macht.
Die Veranstaltungen finden in Musikschulen und Grundschulen statt. Den Auftakt machten die Aufführungen in der Musikschule Mülheim/Ruhr am 9.2.2026. Es folgen viele weitere, vor allem im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Der Landesmusikrat NRW finanziert die Veranstaltungen und ermöglicht dem DALV (Deutschen Akkordeonlehrerverband) so eine besonders nachhaltige Arbeit, denn alle Kinder, die zuhören durften, gehen mit einem offenen, modernen und positiven Blick auf das Akkordeon durch ihr weiteres Leben. Danke!
Ausblick
Die bisherigen Veranstaltungen zeigen, dass das Akkordeon bei jungen Zuhörerinnen und Zuhörern auf großes Interesse stößt. Besonders die Verbindung von aktiver Beteiligung, kreativen Methoden und unmittelbarem Musikerlebnis trägt dazu bei, das Instrument neu zu entdecken.
Mit weiteren Veranstaltungen im Laufe des Jahres wird der Deutsche Akkordeonlehrer-Verband NRW die Vermittlungsarbeit fortsetzen und damit einen wichtigen Beitrag zur musikalischen Bildung und zur Sichtbarkeit des Akkordeons leisten.
Hinweise & Anlaufstellen
Den Veranstaltungskalender für NRW 2026 pflegt die Website des Landesmusikrats NRW. Dort und auf akkordeon2026.de finden sich regelmäßig aktualisierte Termine für Konzerte, Ausstellungen, Workshops etc.
Interessierte können sich an die jeweiligen Verbände wenden:
- den Landesmusikrat NRW
- den Deutschen Akkordeonlehrer-Verband e.V., Landesverband NRW (DALV)
- den Deutschen Harmonika Verband e.V., Landesverband NRW (DHV)
Der Landesmusikrat NRW koordiniert die Aktivitäten im Bundesland und informiert über seine Kanäle über neue Events und Fördermöglichkeiten.