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Weltmusik-Bands aus ganz NRW in Hürth

An die zwanzig Gruppen und Bands aus ganz Nordrhein-Westfalen trafen sich am 20. April in Hürth. Sie spielten Musik der Weltmusik und des Folk, aber auch des Pop und des Rap. Seit vielen Jahren schon spielen Pop und Rap eine immer größere Rolle in der Musik der kulturellen Vielfalt aus NRW, denn gerade Jugendliche, die Inhalte bestimmter Kulturen musikalisch vermitteln möchten, beziehen gerne Ausdrucksformen des Rap oder der Singer/Songwriter in ihre Musik ein. Da sich die Bands nicht nur gegenseitig zuhören, sondern auch die Öffentlichkeit erreichen wollen, bot der Wettbewerb Folk+World Music NRW diesmal auch eine Offene Bühne im Einkaufszentrum Hürth Park.

Dort hörten Einkaufende und Passanten mancher Band mit Begeisterung zu. Direkt die erste des Tages, Wickidsz aus der Kölner Südstadt, zeigte, wie persönlich die Jugendlichen diese Musik nehmen. Jeder Song ist selbst geschrieben, jede Musikerin und jeder Musiker singt den Song, den sie oder er der Band geschrieben hat. Das waren in diesem Fall Celina (Gesang und E-Violine), Nicolai (Gesang und Gitarre), Sam (Gesang und E-Bass) und Raoul (Rap und Keyboard), begleitet von Leon am Schlagzeug. Markus von Wrochem coacht diese Band, die die Titel „The World“, „Just Smile“, „Day Dream“ und „The Tramp“ in den Hürth Park trug und im Wettbewerb einen Sonderpreis für die "eigenen Kompositionen“ erhielt.

In der Abfolge der Offenen Bühne zog eine Band aus der Eifel das meiste Publikum an. „Amie & Me“ aus Blankenheim begeisterte mit Musik des Songwriters Johannes Neufeld. Die Band ist weder an einer Musikschule noch an einem Musikverein, sondern im Kreis einer Großfamilie entstanden: Bettina, Nick, Paul, Stefan und Johannes Neufeld boten die Songs „The Careful“, „To Love Your World“ und „Road Wunders“ sowie etliche Zugaben. Letztere waren ihnen in der Wertung noch verwehrt, doch die Besucher des Offenen Konzerts wollten sie nicht mehr gehen lassen.

Der Wettbewerb des Landesverbandes der Musikschulen und des Landesmusikrats NRW setzte auf die Josef-Metternich-Musikschule als Hauptpartner vor Ort. Die Musikschule unter Leitung von Ruddi Sodemann hat in den vergangenen Jahren ein preisgekröntes Profil der interkulturellen Arbeit erreicht und erwies sich als idealer Motor der Veranstaltung. Die Wertungen fanden im Ernst-Mach-Gymnasium (Altersgruppe III) und in der Dr. Kürten-Schule statt. Partner waren die Redaktion Musikkulturen von WDR3 und das Einkaufszentrum Hürth Park.

Erneut zeigte sich, dass die NRW-Schwerpunkte der Folkies in Ibbenbüren und in Leverkusen liegen und dass Musikschulen die wichtigsten Einrichtungen für den Nachwuchs dieser Musik sind. Aus Ibbenbüren kamen unter der Ägide von Musikschulleiter Clemens Lügger die preissicheren Bands „Picaro“, „Larifu“ und „Patchwork“, aus Leverkusen begleitet von Musikschulleiter Jürgen Ohrem die „5th Generation“, „Headache on Friday“ und „Los Choclos Locos“.

Es spielten weiterhin die „Folkband“ aus Hürth, „Die grünen Flachländer“ aus Ochtrup, „Canarie“ aus Remscheid, die Rapband „B.E. & Fläshmob“ aus Siegen, das Steeldrum-Orchester „Calypsonic Steel Orchestra“ aus Dortmund, das osteuropäisch ausgerichte „Ensemble Peresvon“ aus Düsseldorf, „GülHürthden“ aus Hürth, das Trio „Jaana“ aus Essen, „Marxloh-Flowerz“ aus Duisburg, das „Meditarrean Guitar Ensemble“ aus Kamp-Lintfort und „Tjildron“ aus Mülheim a. d. Ruhr. Sie stellten sich einer Jury, die unter dem Vorsitzenden Peter Bernreuther aus Andreas Heuser, Ramesh Shotham, Darek Roncoszek, Ulrich Papencordt und Antje Hollunter (WDR3) bestand. Die Ergebnisse sind im Download abrufbar.

Im Begleitprogramm gaben das Ensemble Fisfüz und das Ensemble Tobar Konzerte im Bürgerhaus, die jeder bei freiem Eintritt besuchen konnte. Das Ensemble Tobar kommt aus Bergheim und spielte latein-amerikanische Musik, deren tänzerischer Swing in die Beine fuhr. Zur Zugabe lud das Ensemble den Hürther Musikschulleiter Ruddi Sodemann auf die Bühne, der auf der Violine munter zum Groove parlierte. Fisfüz um Annette Maye verarbeitet jazzig anatolische, arabische und südamerikanische Farben. Mit den selbstkomponierten Stücken begeisterte das Ensemble nicht nur im Bürgerhaus, es lud auch im Einkaufszentrum zu einem Mitmachkonzert ein, deren Noten Interessenten vorher im Internet downloaden konnten. Mutig wagten vorwiegend junge Musikerinnen und Musiker auf die Bühne und gingen immer sicherer werdend mit den Rhythmen mit. Auch zwei Violinen waren dabei, anfangs sehr vorsichtig, beherzter ein Akkordeon, eine Klarinette und wechselnde Bläser, mit entschiedenem Schlag auch ein Cajón-Perkussionist.

Das Preisträgerkonzert bot eine Auswahl der teilnehmenden Wettbewerbs-Bands auf der Bühne des Bürgerhauses, moderiert von Annegret Schwiening-Scherl (Landesverband der Musikschulen) und Wettbewerbsleiter Ulrich Papencordt. Robert v. Zahn und Andreas Genschel dankten seitens des Landesmusikrats und des Landesverbands der Musikschulen den Vertretern der Stadt Hürth für die freundliche Aufnahme und Unterstützung sowie dem Organisationsteam um Hedwig Otten und Viola Boddin, das im Wettbewerbsablauf von Michael Bender und Lydia Hofmann verstärkt wurde.

Der Wettbewerb des Landesverbands der Musikschulen und des Landesmusikrats NRW ist ein Förderprojekt des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW.

rvz

Fotos: "Headache on Friday" aus Leverkusen, "Wickidsz" aus Köln, das "Meditarrean Guitar Ensemble" aus Kamp-Lintfort und "Amie & Me" aus Blankenheim am 20. April auf der Offenen Bühne im Einkaufszentrum Hürth Park. Fotos: LMR NRW.