Von Peru bis Pop: Cajón-Akademie vom 9. bis 12. Juli 2020 an der Landesmusikakademie NRW

Bei der bundesweit dritten Cajón-Akademie vom 9. bis 12. Juli 2020 an der Landesmusikakademie NRW in Heek dreht sich alles um das Multifunktionsinstrument, das aussieht wie eine Holzschachtel, aber ein vollständiges Drumset ersetzen kann. Auf Anregung des Mannheimer Percussion-Professors José J. Cortijo wird die inzwischen weltweit in zahlreichen musikalischen Stilen eingesetzte Zauberkiste in ihren Möglichkeiten erkundet.

Erstmals wirkt mit Laura Robles (D/Peru) eine Frau als Dozentin mit. Laura Robles wurde in Swaziland (Afrika) geboren und wuchs in Lima/Peru auf. Bereits mit vier Jahren eröffnete sich ihr durch den Unterricht bei Meister Amador „Chebo“ Ballumbrosio der Zugang zur reichen afro-peruanischen Musiktradition. Später nahm sie der durch seine Arbeit mit Susana Baca international bekannte Juan Medrano „Cotito“ unter seine Fittiche. Seit zehn Jahren gilt Laura in Peru nun selbst als eine der wichtigsten Spielerinnen der Cajón, des zentralen Instruments der unter Einfluss von westafrikastämmigen Sklaven entstandenen Folklore. Mit 13 Jahren wurde sie an Susana Bacas „Instituto Negro Continuo“ angenommen, studierte intensiv kubanische Folklore und Popularmusik sowie die komplexe Musik der Yoruba-Kultur.

Sie gründete die erfolgreichen Bands „Astrocombo“ und „Stretch it to the Limit“, daneben die sozialpädagogische Initiative „Parió Paula“, spielte mit Theater- und Tanz-Kompanien und einigen der renommiertesten Folklore-, Jazz- und Rock-Musikern Perus – in Peru und auf internationalen Festivals in Mittel- und Südamerika, USA und Spanien. Auf der stetigen Suche nach Horizonterweiterung zog sie 2012 nach Berlin, wo sie seitdem mit Johannes Lauer, Joscha Oetz, Almut Kühne, Ahmed Soura, Uli Kempendorff, Greg Cohen, Simon Nabatov, Niels Klein, dem Pablo Held Trio, der WDR Big Band, Christian Weidner, Bodek Janke, MORF, East Affair, dem Berlin Art Orchestra und anderen zusammenarbeitete. Im Sommer 2012 gründete sie die Berliner Version ihrer „Astrocombo“, die 2014 den Studio-Preis der Stadt Berlin gewann. Laura Robles ist zudem gefragte Pädagogin, sie gab viele Stunden Einzelunterricht und Workshops an Kindergärten, Schulen und Hochschulen (Universidad Peruana de Ciencias, Hochschule für Musik Dresden und Leipzig, Hochschule für Musik und Tanz Köln).

Der Erfinder und Leiter der Cajón-Akademie, Prof. José J. Cortijo (Deutschland/Spanien), erarbeitet mit den Teilnehmenden die Cajón im Pop, José Montaña (Spanien) wird sich auf den Flamenco konzentrieren und Laura Robles auf die peruanische Cajón. Vom Anfänger bis zum Könner – alle Teilnehmenden werden in ihren Stärken gefördert und gefordert. Rhythmische Grundkenntnisse und erste Erfahrungen auf der Cajón sind erwünscht. Das Angebot umfasst Workshops bei allen Dozenten, Plenen mit kleinen Dozentenkonzerten, Ensemblespiel mit Cajóns sowie abendliche Jam Sessions in der Burgstube. Besonders magische Momente dürfen sich dann beim öffentlichen Abschlusskonzert der Teilnehmenden am Sonntagvormittag entfalten.

(Sabine Lahl)

Alle weiteren Informationen und Anmeldung unter www.landesmusikakademie-nrw.de

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