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Spitzenleistungen des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert in der Kölner Philharmonie

Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Programm standen am 9. Juli einige der Bundespreisträgerinnen und Bundespreisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert aus Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt eines festlichen Konzerts in der Kölner Philharmonie. Stellvertretend für rund 300 junge Musikerinnen und Musiker aus NRW, die sich beim Bundeswettbewerb in München und Regensburg erfolgreich behauptet hatten, präsentierten ausgewählte Solistinnen, Solisten und Ensembles einen Querschnitt durch die musikalische Vielfalt des Wettbewerbs. Moderiert wurde der Abend von Daniel Finkernagel. 

Schon der Konzertauftakt machte deutlich, dass sich das Publikum auf einen Abend jenseits musikalischer Schubladen freuen durfte. Das Blockflötenduo Catharina Volbers und Anna Katharina Diekamp eröffnete mit Michel Keustermans' jazzigem Floppy Blue und zeigte, wie vielseitig ein Instrument sein kann, das oft noch mit Alter Musik verbunden wird. Als die beiden Musikerinnen die Bühne betraten, steuerten sie fünf dicht nebeneinander aufgestellte Notenstände an und zogen mit bemerkenswerter Lakonie die Partitur als schier endlosen Leporello auseinander, um sie auf die Ständer zu drapieren. Das Publikum gewannen sie so im Nu. 

Anschließend begrüßte der Vorsitzende des Landesausschusses Jugend musiziert NRW, Peter Nagy, das Publikum. In seinem Grußwort würdigte er die außergewöhnlichen Leistungen aller Teilnehmenden, betonte die große Bandbreite der präsentierten Musik – von Jazz und Impressionismus über klassische Kammermusik bis hin zu Heavy Metal – und dankte den Eltern und den Pädagoginnen und Pädagogen für ihren fördernden Einsatz.

Dass musikalische Exzellenz viele Gesichter hat, zeigte sich im weiteren Verlauf des ersten Konzertteils. Die Harfenistin Eva Maria Kochs widmete sich mit Marcel Tourniers La danse du moujik der spätromantischen französischen Harfenliteratur, bevor Ben Stümke und Frido Limper mit Rossinis humorvollem Katzenduett in einer Bearbeitung für Trompete und Posaune augenzwinkernde Unterhaltung boten. Einziger Worttext: ein „miau“. Mit Lili Boulangers Lied Elle était descendue au bas de la prairie schlugen Sopranistin Salome Karina Wendeberg und Pianistin Tanja Tismar anschließend leisere, impressionistische Töne an. 

Auch ungewöhnliche Besetzungen erhielten ihren Platz. Das Tuba-Duo Alexander Wendt und Linus Pfister verband in Tears for Pachelbel barocke Klänge mit Elementen der Popmusik, während das Tuba-Euphonium-Quartett Jan Koetsiers virtuoses Presto interpretierte: Julius Kneip, Mats Vennemann, Leopold Fränzer und Paul Lennart Koch. Danach überzeugten die Brüder Markus und Jakob Nieschlag mit Aleksey Igudesmans temperamentvoller Rumba de Mumbai, bevor das Panelu-Quartett den ersten Konzertteil mit Beethovens Streichquartett op. 18 Nr. 4 beschloss. Panelu steht für Panem et ludi, Brot und Spiele, wie Daniel Finkernagel dem Publikum erläuterte, und besteht aus Elisabeth Graf, Antonia Hermine Hellwig, Oskar Batzdorf und Isabelle Clara Weinsheimer.

Nach der Pause wechselte das Programm erneut mühelos zwischen den musikalischen Welten. Mit Avenged Sevenfolds Nightmare hielt Heavy Metal Einzug in die Kölner Philharmonie, gefolgt von einer Schlagzeugimprovisation des jungen Perkussionisten Julius Foullois. Anschließend sorgten Dayoung Yoon und Hanui Kim mit Halvorsens virtuoser Passacaglia für spätromantische Klangfülle, ehe Pianist Kai Long Breker Nikolai Kapustins jazzinspirierte Konzertetüde auf das Programm setzte. 

Auch die Musik des 20. Jahrhunderts spielte eine zentrale Rolle. Das Trio Kozatske interpretierte Paul Schoenfields temperamentvollen Satz Kozatske, bevor Oliver von Klot-Heydenfeldt den Sonderpreis des Deutschen Tonkünstlerverbands NRW an die zwölf Musikerinnen und Musiker des Finales verlieh. Sophia Abu Tair, Jan Wolters, Kseniia Suslova, Marlene Kruse, Leonhard Kruse, Linus Großbach, Felicitas Dieterle, Raphael Dieterle, Jakob Amun Ibrahim, Cilia Buthe, Simon Elias Laufen und Johannes Laufen boten Paul Hindemiths energiegeladenes Finale aus der Kammermusik Nr. 1

Das Konzert zeigte, wie breit das musikalische Spektrum des Wettbewerbs Jugend musiziert inzwischen geworden ist. Neben klassischer Kammermusik fanden Jazz, Pop, Improvisation, Crossover und zeitgenössische Musik selbstverständlich ihren Platz. Zugleich machte der Abend deutlich, welch hohes Niveau der musikalische Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen erreicht hat – getragen von engagierten Lehrkräften, Musikschulen, Hochschulen und Familien, die diese Entwicklung begleiten und fördern.

rvz

Foto: Alexander Wendt und Linus Pfister beim Einspielen am 9. Juli 2026 in der Kölner Philharmonie; Foto: LMR NRW.