Vermittlungsprojekte des Deutschen Akkordeonlehrer-Verbands NRW zum Instrument des Jahres 2026: Akkordeon
Mit der Ausrufung des Akkordeons zum Instrument des Jahres 2026 beteiligt sich der Deutsche Akkordeonlehrer-Verband Nordrhein-Westfalen (DALV NRW) mit einer landesweiten Reihe von Musikvermittlungsprojekten. Auch der Deutsche Harmonika Verband NRW wird Projekte beisteuern. Ziel dieser Initiative ist es, Kindern und Jugendlichen das Akkordeon als vielseitiges, modernes und künstlerisch vielseitig einsetzbares Instrument näherzubringen und zugleich neue kreative Zugänge zur Musik zu eröffnen. Die Projekte finden in unterschiedlichen schulischen und musikpädagogischen Kontexten statt – von Grundschulen über weiterführende Schulen bis hin zu Musikschulen – und werden von professionellen Akkordeonistinnen und Akkordeonisten durchgeführt. Die Programme verbinden Instrumentenvorstellung, musikalische Praxis und kreative Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Kuratorisch begleitet wird die Projektreihe von der Akkordeonistin und Pädagogin Tatjana Pereswetow, die zugleich selbst mehrere Veranstaltungen gestaltet.
Auftaktprojekt in Duisburg: Musik trifft Bildende Kunst
Am 23. Februar fiel in der Musik- und Kunstschule Duisburg der offizielle Startschuss für eine landesweite Reihe von Vermittlungsprojekten zum Instrument des Jahres 2026, dem Akkordeon. Den Auftakt bildete ein interdisziplinäres Projekt, das Musik und Bildende Kunst auf eindrucksvolle Weise miteinander verband und damit neue Zugänge zum Instrument eröffnete.
Die Akkordeonistin und Pädagogin Tatjana Pereswetow stellte Grundschulkindern nicht nur das Akkordeon als vielseitiges Klanginstrument vor, sondern auch das Prinzip der graphischen Notation. Anders als bei der traditionellen Notenschrift werden hier Klänge nicht durch Notenlinien und -zeichen, sondern durch Formen, Farben, Linien und Symbole dargestellt. Die Kinder lernten, dass Musik auch visuell gedacht und gestaltet werden kann.
Mit Begeisterung machten sich die Schülerinnen und Schüler daran, eigene graphische Partituren zu entwerfen. Linien wurden zu Melodien, Punkte zu Klängen, Farbflächen zu Klangräumen. Anschließend erlebten sie unmittelbar, wie ihre visuellen Ideen in Musik verwandelt wurden: Tatjana Pereswetow interpretierte die entstandenen Partituren spontan auf dem Akkordeon. So wurde der kreative Prozess vom Bild zum Klang für die Kinder unmittelbar erfahrbar. Einige der entstandenen Werke werden nun an den Flurwänden der Musik- und Kunstschule Duisburg ausgestellt und dokumentieren die Verbindung von bildnerischem Ausdruck und musikalischer Gestaltung.
Projekte an weiterführenden Schulen
Ein weiterer Schwerpunkt der Vermittlungsreihe liegt auf Veranstaltungen an weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen. Hier steht neben der Instrumentenvorstellung insbesondere die klangliche Vielfalt des Akkordeons im Mittelpunkt. Im Frühjahr 2026 finden entsprechende Projekte unter anderem statt an:
- Heisenberg-Gymnasium Leverkusen
- Lise-Meitner-Gymnasium Leverkusen
- Elsa-Brandström-Schule Oberhausen
- Gesamtschule Mülheim-Styrum
- Max-Planck-Gymnasium Bielefeld
- Ratsgymnasium Bielefeld
Die Terminliste steht unten zum Download bereit.
Die Veranstaltungen werden von den Akkordeonisten Nepomuk Golding und Till M. Mannes durchgeführt. In den Projekten erleben die Schülerinnen und Schüler das Akkordeon sowohl als Soloinstrument als auch als Ensemble- und Begleitinstrument. Neben musikalischen Demonstrationen werden auch Fragen zur Funktionsweise des Instruments, zu Stilrichtungen und zur Rolle des Akkordeons in verschiedenen musikalischen Kontexten behandelt.
Projekte an Grundschulen und Musikschulen
Ein weiterer Teil der Initiative richtet sich gezielt an Grundschulen und Musikschulen, wo spielerische und kreative Vermittlungsformen im Vordergrund stehen.
Zu den Veranstaltungsorten gehören unter anderem:
- Städtische Musikschule Mülheim an der Ruhr
- Musik- und Kunstschule Velbert
- Ostwall-Grundschule Lüdinghausen
- Marienschule Seppenrade
- Schule an der Ruhr in Essen-Kettwig
Die Projekte werden von Tatjana Pereswetow, Birgit Haverkock und Katharina Koenig gestaltet. In diesen Formaten steht vor allem das unmittelbare Musikerlebnis im Vordergrund: Kinder können Klangfarben entdecken, Rhythmus- und Bewegungsübungen ausprobieren und die Ausdrucksmöglichkeiten des Akkordeons kennenlernen. Auch diese Termine stehen unten zum Download bereit.
Professor Lauscher
Das Konzept zu Professor Lauscher - Im Klanglabor von musikvermittlung quergehöört ist 2019 als Auftragswerk des Deutschen Akkordeonlehrerverbands entstanden. Es lädt Kinder im Grundschulalter ein, mit dem kautzigen Klangforscher Professor Lauscher in seinem Labor das Akkordeon zu untersuchen. Prof. Lauscher wohnt mit seiner Katze Knöpfchen in einem schiefen Turm, umgeben von vielen sonderbaren Gegenständen, Werkzeugen und Erfindungen. An seinem Geburtstag steht plötzlich ein rätselhaftes Paket vor der Tür. Mit Hilfe seines Assistenten beginnt er, das unbekannte Klangobjekt darin zu erforschen.
Im Laufe dieser musikalischen Szene singen, sprechen und tanzen die Kinder gemeinsam mit den Akteuren auf der Bühne. Das Akkordeon wird in seiner ganzen facettenreichen Klangvielfalt gezeigt, die den Bogen von einzelnen Tönen und Geräuschen über freie Improvisation, Kinderlieder bis zu auskomponierten Stücken von W.A. Mozart und populärer zeitgenössischer Musik schlägt.
Ziel der Initiative
Die landesweiten Vermittlungsprojekte verfolgen mehrere Ziele:
- Bekanntmachung des Akkordeons als vielseitiges Konzert- und Unterrichtsinstrument
- niedrigschwellige Begegnung mit Musik für Kinder und Jugendliche
- Verbindung von Musik, Kreativität und interdisziplinären Ansätzen
- Stärkung der musikalischen Bildung in Schulen
Durch die Zusammenarbeit von Musikpädagoginnen und Musikpädagogen, Schulen und Musikschulen entsteht ein Netzwerk, das das Akkordeon in unterschiedlichen kulturellen Kontexten sichtbar macht.
Die Veranstaltungen finden in Musikschulen und Grundschulen statt. Den Auftakt machten die Aufführungen in der Musikschule Mülheim/Ruhr am 9.2.2026. Es folgen viele weitere, vor allem im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Der Landesmusikrat NRW finanziert die Veranstaltungen und ermöglicht dem DALV (Deutschen Akkordeonlehrerverband) so eine besonders nachhaltige Arbeit, denn alle Kinder, die zuhören durften, gehen mit einem offenen, modernen und positiven Blick auf das Akkordeon durch ihr weiteres Leben. Danke!
Ausblick
Die bisherigen Veranstaltungen zeigen, dass das Akkordeon bei jungen Zuhörerinnen und Zuhörern auf großes Interesse stößt. Besonders die Verbindung von aktiver Beteiligung, kreativen Methoden und unmittelbarem Musikerlebnis trägt dazu bei, das Instrument neu zu entdecken.
Mit weiteren Veranstaltungen im Laufe des Jahres wird der Deutsche Akkordeonlehrer-Verband NRW die Vermittlungsarbeit fortsetzen und damit einen wichtigen Beitrag zur musikalischen Bildung und zur Sichtbarkeit des Akkordeons leisten.