Tod Prof. Heinrich Lindlars

Der Musiker, Musikwissenschaftler und Kritiker Heinrich Lindlar ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Das Musikleben und die Musikpädagogik in Köln und im Rheinland haben ihm viel zu verdanken.

Heinrich Lindlar, 1912 in Bergisch Gladbach geboren, übernahm nach dem Krieg für das Feuilleton des Bonner General-Anzeigers die musikkritische Berichterstattung. Er wurde danach Musik-Korrespondent überregionaler Tageszeitungen und Fachzeitschriften, vor allem Musikkritiker der Deutschen Zeitung und Wirtschaftszeitung, deren Feuilleton mit Hans Bender und Lindlar unter Ressortleiter Otto Regner zu den angesehensten in Deutschland gehörte.

Viele von Lindlars kompetenten und oft scharfzüngigen Kritiken sind vom Verlag Tonger in Buchform wiederveröffentlicht worden. Oft zitiert wurden seine kritischen Auseinandersetzungen mit dem Werk Karlheinz Stockhausens, die dazu führten, dass Stockhausen die Leitung der Kölner Kurse für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule niederlegte, als Lindlar 1969 zum Leiter der Musikschule berufen wurde. Er kam zu jener Zeit aus dem Ordinariat für Neuere Musikgeschichte und Leiter des Musiklehrerseminars an der Musikhochschule Freiburg.

Direktor der Rheinischen Musikschule blieb Lindlar bis 1976, wo er den Ausbau des Instituts zu einem Konservatorium neuerer Art mit angeschlossenem Musikgymnasium, Internationaler Sommerakademie des Tanzes und Ferienkursen für Alte und für Neue Musik, ab 1969 unter Leitung von Mauricio Kagel, vorantrieb.

Zu seinen Veröffentlichungen gehören Standardwerke wie das "Wörterbuch der Musik" sowie ein Strawinsky- und ein Bartok-Lexikon. 1992 würdigten Landesmusikrat NRW, Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte sowie die Fördervereine der Rheinischen Musikschule und der Musikhochschule Köln sein Werk durch Herausgabe seiner Aufsätze und Vorträge im Verlag Tonger: Heinrich Lindlar, Leben mit Musik.

rvz

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