Musik und Sport bringen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen zusammen. Welche Möglichkeiten sich daraus für gesellschaftliche Teilhabe, interkulturellen Austausch und neue Kooperationen ergeben, zeigte die Netzwerkveranstaltung „Sport, Musik, Community! Gemeinsam Teilhabe und Vielfalt stärken“ am 19. September 2026 im Haus der Kulturen Düsseldorf. Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen, der Landesmusikrat NRW, das Elternnetzwerk NRW und der Stadtsportbund Düsseldorf hatten gemeinsam mit dem Haus der Kulturen zu einem Tag der Begegnung eingeladen. Im Mittelpunkt standen der Austausch zwischen Vereinen, Verbänden und Migrantenselbstorganisationen sowie die Frage, wie sich durch gemeinsame Aktivitäten neue Zugänge zu Sport und Musik eröffnen lassen.
Einen besonderen musikalischen Auftakt gestaltete ein Ensemble des Vereins Deutsch-Mongolisches Tor in NRW. Mit mongolischer Musik und Tanz vermittelte es einen Eindruck von der reichen kulturellen Tradition des ostasiatischen Landes. Zu hören war unter anderem die mongolische Pferdekopfgeige, ein zweisaitiges Streichinstrument, dessen Halsende von einem geschnitzten Pferdekopf gekrönt wird. Das Instrument gehört zu den bedeutendsten Symbolen der mongolischen Musikkultur. Der Verein Deutsch-Mongolisches Tor in NRW setzt sich dafür ein, die mongolische Kultur insbesondere an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, junge Menschen zu fördern und den interkulturellen Austausch zu stärken. Beim anschließenden Markt der Möglichkeiten stellte er seine Arbeit vor und knüpfte Kontakte zu anderen Initiativen.
Für einen lebhaften Kontrast sorgten die „Daylight Dancers“ aus Duisburg. Die Kindertanzgruppe ist Mitglied im Landessportbund und brachte mit ihrer popmusikalisch geprägten Choreografie viel Schwung ins Haus der Kulturen. Die 17 Mädchen zeigten, wie Musik und Bewegung junge Menschen begeistern und gemeinschaftliche Erlebnisse ermöglichen können.
Einen weiteren künstlerischen Akzent setzten drei Sängerinnen, ein Musiker an der Trompete und zwei rhythmische Sportgymnastinnen des Düsseldorfer Vereins Kin-Top e. V. Sie bereicherten das Programm mit drei Popsongs, einem Trompetensolo und zwei Sportakrobatikchoreographien. Die unterschiedlichen Beiträge machten die kulturelle Vielfalt der beteiligten Vereine unmittelbar erlebbar und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Gespräche des Tages.
Neben den künstlerischen Darbietungen bildete der Markt der Möglichkeiten einen Schwerpunkt der Veranstaltung. An Informationsständen stellten Vereine und Initiativen ihre Angebote vor, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten Ideen für gemeinsame Aktivitäten. Dabei begegneten sich Akteurinnen und Akteure aus Sport, Musik, kultureller Bildung und Migrantenselbstorganisationen, die in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern ähnliche Ziele verfolgen: Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Alter oder ihren individuellen Voraussetzungen die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.
Gerade die Verbindung von Sport und Musik eröffnete neue Perspektiven. Beide Bereiche bieten niedrigschwellige Möglichkeiten der Begegnung und schaffen Gemeinschaft durch gemeinsames Handeln. Sportvereine, Musikensembles und kulturelle Initiativen können dabei voneinander lernen und ihre jeweiligen Netzwerke nutzen, um Menschen zu erreichen, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu bestehenden Angeboten haben. Der Vernetzungstag bot Gelegenheit, solche Gemeinsamkeiten zu entdecken und Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit auszuloten.
Zu den Initiatorinnen und Initiatoren der Veranstaltung gehörten Gülsüm Tutar, Referentin für Integrationsnetzwerke beim Landessportbund NRW, Sandra Hoch, Referentin für inklusive Musikprojekte beim Landesmusikrat NRW, Eva Cynkar Referentin beim Elternnetzwerk NRW, Nils Schramm vom Stadtsportbund Düsseldorf sowie Kazım Kamer-Kalaycı vom Haus der Kulturen Düsseldorf. Gemeinsam hatten sie ein Veranstaltungsformat entwickelt, das die Begegnung zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Netzwerken in den Vordergrund stellte. Auch der Verband für Musik und Bildung NRW war vertreten. Seine Bildungsreferentin Danica Dreisbach informierte über die Arbeit des Verbandes und dessen Angebote.
Der Landesmusikrat NRW brachte insbesondere seine Erfahrungen aus der Arbeit mit musikalischer Vielfalt und inklusiven Musikprojekten in die Veranstaltung ein. Mit seinem Projekt Musikwelten NRW fördert er die Begegnung unterschiedlicher Musikkulturen und unterstützt die Vernetzung von Menschen, Vereinen und Initiativen, die das vielfältige Musikleben Nordrhein-Westfalens gestalten. Der Vernetzungstag bot die Gelegenheit, diese Arbeit mit den Integrationsnetzwerken des Sports und den Erfahrungen der Migrantenselbstorganisationen zu verbinden.
Auch medial wurde die Veranstaltung begleitet. Die Podcasterinnen Tuba Tunçak und Ela Genç von Tubito Events waren mit ihren Mikrofonen vor Ort, führten Gespräche und sammelten Eindrücke vom Vernetzungstag. Die daraus entstehende Podcastfolge soll ab dem 25. September auf Spotify und über die Internetseite https://musikwelten-nrw.de/ verfügbar sein.
Am Ende des Tages stand die Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit über die Grenzen einzelner gesellschaftlicher Bereiche hinweg neue Möglichkeiten für kulturelle und soziale Teilhabe eröffnet. Der Vernetzungstag im Haus der Kulturen Düsseldorf machte deutlich, welches Potenzial in der Verbindung von Musik, Sport und dem Engagement migrantischer Communities liegt. Die zahlreichen Gespräche und neu geknüpften Kontakte schufen eine Grundlage, auf der sich gemeinsame Projekte und Kooperationen entwickeln können. Für den Landesmusikrat NRW war die Veranstaltung damit zugleich ein Beitrag zu seinem Anliegen, die kulturelle Vielfalt des Landes sichtbar zu machen und die Teilhabe am Musikleben durch neue Partnerschaften zu stärken.
(Robert von Zahn)
Fotos von den Musik- und Tanzbeiträgen der Vernetzungstag “Sport, Musik, Community! Gemeinsam Teilhabe und Vielfalt stärken” am 19.9. im Haus der Kulturen in Düsseldorf: Ela Genç