Remix regendered im Zimmermann’s

Im Kölner Zimmermann’s Club stellten 12 Remix-Künstlerinnen am späten Abend des 1. Dezember ihre Stücke vor, die sie im Workshop „Remix regendered“ des Landesmusikrats NRW geschaffen hatten. Der Clubraum war dicht gedrängt besetzt, als Hanna die undankbare Aufgabe anging, als Erste mit ihrem Remix die Menge in Schwung zu bringen. Es gelang ihr mit einer sorgfältig geschichteten Folge von Patterns, in denen manche Zutat aufhorchen ließ. Der sechste Workshop Remix regendered bezog erstmals Geräusche in die Stücke ein.

Für diese hatten die beiden Dozentinnen Angelika Lepper (Berlin) und Maya Consuelo Sternel (Hamburg) einen Fachmann des Soundscapes hinzugezogen: Michael Rüsenberg (Köln) stellte den zwölf Teilnehmerinnen nicht nur seine Geräuschsammlung aus La Défense (Paris) zur Verfügung, er hatte auch in einem Einführungsvortrag am 23. November dargelegt, wie man Geräusche findet und aufnimmt, aus dem Aufgenommenen einen Soundscape fertigen kann und all diese Elemente wiederum in einen Remix einbringen kann. Angelika Lepper und er führten diese Techniken in Exkursen bis zu Pierre Schaeffer und seine musique concrète der 1950er Jahre zurück.

An zwei Wochenenden (23.–25.11., 30.11.–2.12.2012) erarbeiteten die Teilnehmerinnen in Räumen der Akademie für Kommunikationsdesign Köln unter Anleitung von Maya Sternel und Angelika Lepper ihre Remixe, in dem sie die Pariser Geräusche bearbeiteten, Loops banden, Musiktracks hinzunahmen, Spuren schichteten und mit Ableton live zu einem Ganzen fügten. Alle Geräusche sind rein akustisch entstanden und aufgenommen worden, die Rolltreppen, mit denen man aus der U-Bahn zu La Défense aufsteigt, Schrittgeräusche auf Steinplatten, kreisende Skater, ein flötender Straßenmusiker, Winde, die sich an den hohen Bauten teilen.

Einige der Musikerinnen ließen sich sehr auf die Geräusche ein, andere weniger: sie bevorzugten musikalisches Material, das elektronisch bis hin zum Geräuschhaften verfremdet wurden. Anja etwa fertigte einen Remix, der sich auf musikalisches Material konzentrierte und dessen kontinuierlicher Drive im Club bestens ankam. Verena Hentschel hingegen arbeitete konstruktiv mit einer Reihe der Geräusche und verblüffte mit Brüchen, in denen exponierte Geräusche den Groove unterbrachen. Allen gemeinsam war, dass ihre Ergebnisse groovig und tanzbar waren – letzteres setzten die Fans im Clubraum energetisch um.

Der Workshop endete am 2. Dezember mit einer Nachbereitung des Clubabends und einer positiven Bilanz. Für 2013 regten Teilnehmerinnen eine noch stärkere Durchdringung von Musik und Geräusch an. Organisiert hatte den Workshop Hedwig Otten im Auftrag des Landesmusikrats NRW in Verbindung mit Dr. Heike Stumpf, die Computertechnik lag in den Händen von Sebastian Schütz. Für das organisatorische und technische Gelingen des Clubabends sorgte Michelle Scherka. Die Veranstaltung des Landesmusikrats NRW wurde vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW und von der Akademie für Kommunikationsdesign gefördert.

rvz

Fotos: (1) Remixerin Hanna am 1. Dezember 2012 im Zimmermann's Köln. (2) Remixerin Anja. (3) Michelle Scherka und Angelika Lepper. (4) Verena Hentschel und Olga im Zimmermann's. Fotos: LMR NRW.

Zurück