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Prof. em. Marga Wilden-Hüsgen wird 80 Jahre

Marga Wilden-Hüsgen, Künstlerin, Pädagogin und Forscherin für die Mandoline feierte in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag

Sie wirkte seit 1979 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, ab 1992 bis 2007 als Professorin ebenda. Der weltweit einzige Lehrstuhl für das instrumentale Hauptfach Mandoline wurde von ihr mit großem Erfolg geführt. Die großen künstlerischen und pädagogischen Erfolge der Absolventen der Mandolinenklasse von Marga Wilden-Hüsgen haben die HfMT Köln, Standort Wuppertal, als Zentrum einer professionellen Ausbildung in aller Welt berühmt gemacht.

Geboren wurde Marga Wilden-Hüsgen 1942 in Roetgen. Mit 10 Jahren erhielt sie ihren ersten Mandolinenunterricht und entwickelte sich schnell zur Konzertmeisterin des örtlichen Mandolinenorchesters. Mit Hingabe widmete sie sich nicht nur dem Musizieren, sondern auch allem, was mit ihrem Instrument und dessen Entwicklung zusammenhängt. Studien bei Prof. Hladky in Wien gehörten ebenso dazu wie ihre Zusammenarbeit und Freundschaft mit Konrad Wölki in Berlin, der, wie sie, die Entwicklung der Zupfmusik heraus aus dem vorwiegend volkstümlichen Musizierstil zurück zur historischen Bedeutung des Instruments verfolgte. Die Begegnung mit Prof. Siegfried Behrend und dem „Deutschen Zupforchester“ öffneten ihr neue Perspektiven für das künstlerische Mandolinenspiel in der zeitgenössischen Musik.

Ihr Engagement als Dozentin und im Vorstand im Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) und ihre Verbundenheit mit der Laienmusikszene waren ihr stets ein wichtiger Grundpfeiler ihres Wirkens.

So war Prof. Marga Wilden-Hüsgen bereits im Gründungsjahr der Landesmusikakademie NRW in Heek Mitglied der Kommission für die curriculare Erarbeitung der Lehrgangs- und Prüfungsordnungen der AG Laienmusik im Landesmusikrat NRW. Auch im Landes-Orchesterwettbewerb (LOW) und im Deutschen Orchester-Wettbewerb (DOW) sowie im Wettbewerb „Jugend musiziert“ wirkte sie viele Jahre als Jurorin und Beraterin.

Marga Wilden-Hüsgens sachlich-künstlerischer Einsatz auf vielerlei Ebenen für ihr Instrument führte folgerichtig zur Errichtung des ersten Lehrstuhls für Mandoline weltweit, wo sie als Professorin Lehre und Forschung zur Geschichte der Mandoline weiterführen konnte. So trug sie im Laufe der Zeit durch ihre europaweite Forschung in den Bibliotheken ein umfangreiches Privatarchiv mit mehr als 500 Manuskripten von Originalwerken aus dem 17. bis 19. Jahrhundert zusammen und machte viele durch Veröffentlichungen zugänglich.

Mit der Herausgabe einer Mandolinenschule und eines Technikkompendiums sowie zahlreicher Kammermusikausgaben für Mandoline und Werke für Zupforchester, aber auch durch ihre zahlreichen Studierenden, die ihr Wirken weltweit verbreiten, hat sie der Szene der Zupforchester weltweit entscheidende Impulse gegeben.

Für ihre Verdienste wurde sie 1991 mit dem Landesverdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, der Ehrenmitgliedschaft des BDZ, der BDZ-Medaille in Gold sowie dem „Premio della Carriera 2009“ des italienischen Mandolinenverbandes ausgezeichnet.

Marga Wilden-Hüsgen lebt in Aachen und ist dort als künstlerische Leiterin des Lautenconsorts CAPELLA AQUISGRANA ( www.capella-aquisgrana.eu ) musikalisch aktiv.

(Marlo Strauß)

Foto: Bernd Schröder