Neuer "Creative Report" von CREATIVE NRW mit Aufschlüssen zur Musikwirtschaft

Die nordrhein-westfälische Kultur- und Kreativwirtschaft wird vor allem von den Bereichen Werbung, Design, Presse und Buch bestimmt. Zusammen machen die vier Teilmärkte fast zwei Drittel des Branchenumsatzes aus. Demgegenüber ist die Musikwirtschaft gerade einmal mit 3 % an den Umsätzen der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW beteiligt. Zu diesem Schluss kommt die neue Publikation des Kompetenzzentrums CREATIVE.NRW. In einem Kapitel „Zahlen und Fakten“ informiert sie über die Leistungsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW. Bei der Verteilung der Erwerbstätigen in der Branche kommt die Musikwirtschaft immerhin auf 4 %. Auffallend ist, dass Frauen unter den Beschäftigten unterrepräsentiert sind. Stellen sie unter den Beschäftigten der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW 49 %, unter denen des Buchmarkts sogar 74 %, sind es in der Musikwirtschaft nur 41 %.

Die neue Publikation von CREATIVE NRW bietet nicht nur eine Fundgrube an statistischen Daten zur Kreativwirtschaft, sondern auch lesenwerte Studien über Perspektiven der Weiterentwicklung. In einem von drei Essays des Bandes beschäftigen sich der Zukunftsforscher Klaus Burmeister und der Techniksoziologe Julian Stubbe mit Künstlicher Intelligenz (KI) und kreativer Arbeit: KI kann kreative Arbeit unterstützen und mit ihr können Kreationen entstehen, auf die weder KI noch Mensch allein gekommen wären, so die These der Autoren. Das gilt zumal für jenes Gebiet, das vom grundlegenden Zusammenhang zwischen Musik, Mathematik und Harmonie geprägt ist. Anhand der Arbeit der Musikerin Holly Herndon, die mit KI aus Datenbanken mit Aufnahmen menschlichen Gesangs, analoger Instrumente und anderen Klängen Neues entwickeln lässt, entwickeln die Autoren Chancen für die Branche: Als Ergebnis entstehe nicht Mainstream, sondern eine neuartige klangliche Textur.

Zudem bietet der Band acht Porträts von Persönlichkeiten der Kreativbranche, darunter vom Geschäftsführer von Cologne on Pop, Norbert Oberhaus. CREATIVE NRW bearbeitet seit 2009 für das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium die Aufgabe, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass kreative Leistung mehr als ein „nice to have“ ist – dies auch mit der vorliegenden anregenden Publikation.

rvz

Creative Report. Kreative, Netzwerke und Diskurs mit Zahlen und Fakten zur Kultur- und Kreativwirtschaft Nordrhein-Westfalens 2019, hrsg. von CREATIVE NRW, Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft, Startplatz, Im Mediapark 5, 50670 Köln.

Fotos: Grafik aus dem Kapitel „Zahlen und Fakten" sowie Titelblatt aus dem Creative Report, Köln 2019. Grafik und Daten erhoben und ausgewertet durch Kathleen Freitag, Roman Bartuli und Carolin Karg, Progonos AG, im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW, Creative Report, Köln 2019, S. 87 ff.

 

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