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Musikverleger Peter Tonger starb am 15. August 2026

Mit großer Trauer nimmt der Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen Abschied von Peter Tonger, der am 15. August 2026 im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert das Musikleben in Nordrhein-Westfalen eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg das Verlagswesen, die Chormusik und die gemeinsame Interessenvertretung der Musik im Landesmusikrat NRW mit großem Engagement begleitet und geprägt hat.

Peter Tonger entstammte einer traditionsreichen Musikverlegerfamilie. Nach einer Ausbildung im Musikalienhandel, dem Studium der Schulmusik in Berlin und einem Volontariat in einem Wiener Musikverlag trat er 1965 in den väterlichen P. J. Tonger Musikverlag ein. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1989 in fünfter Generation dessen Leitung. Der 1822 gegründete Kölner Verlag brachte Chor-, Instrumental- und Unterrichtsmusik heraus, dabei auch zeitgenössische Musik. Eine Zeitlang erschien auch die Reihe „Denkmäler rheinischer Musik“ der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte bei ihm Peter Tonger verstand das Verlegen von Musik nicht allein als unternehmerische Tätigkeit. Für ihn war es eine kulturelle Aufgabe: Komponistinnen und Komponisten brauchten Partner, ihre Werke Öffentlichkeit, Musikerinnen und Musiker ein Repertoire, das sie erreichen und weitertragen konnten.

Diese Haltung prägte auch sein langjähriges Engagement im Landesmusikrat NRW. Peter Tonger gehörte über viele Jahre dessen Präsidium an. Zunächst nahm er als Schatzmeister Verantwortung für die wirtschaftliche Grundlage des Verbandes wahr, später wirkte er als Vizepräsident. Bis 2011 stand er der Arbeitsgemeinschaft der Verbände für Musik in Beruf, Wirtschaft und Medien vor und gab damit jenen Bereichen eine Stimme, in denen künstlerische Arbeit, Medien, Urheberrecht und wirtschaftliche Rahmenbedingungen unmittelbar aufeinandertreffen.

Peter Tonger brachte in diese Arbeit nicht nur die Erfahrung des Musikverlegers ein. Er kannte das Musikleben aus unterschiedlichen Perspektiven. Als ausgebildeter Musiker, langjähriger Chorleiter und Rezitator war er selbst künstlerisch tätig. Die Amateurmusik war ihm ebenso vertraut wie die professionelle Musikwirtschaft. Diese Verbindung machte seinen Rat für den Landesmusikrat so wertvoll. Er wusste, dass ein lebendiges Musikleben das Zusammenwirken vieler braucht: derjenigen, die Musik schaffen und aufführen, derjenigen, die sie vermitteln und verlegen, der Verbände und Institutionen und nicht zuletzt der vielen Menschen, die in ihrer Freizeit gemeinsam musizieren.

Seine Arbeit im Landesmusikrat war von Sachkenntnis und einer tiefen persönlichen Verbundenheit mit der Musik geprägt. Dabei war ihm der Ausgleich zwischen den verschiedenen Bereichen des Musiklebens ein besonderes Anliegen.

Auch über seine berufliche Tätigkeit hinaus blieb Musik für Peter Tonger gelebte Praxis. Seit den 1970er-Jahren leitete er Chöre, und als Rezitator verband er Sprache und Musik in vielen Auftritten. Dass ein Musikverleger selbst musizierte, dirigierte, vortrug und zugleich kulturpolitische Verantwortung übernahm, entsprach seinem Verständnis seines Berufs.

Der Landesmusikrat NRW ist Peter Tonger für sein langjähriges Wirken und seine große Verbundenheit zu Dank verpflichtet. Viele Weggefährtinnen und Weggefährten werden sich an einen kenntnisreichen, engagierten und dem Musikleben zutiefst verbundenen Kollegen erinnern.

Robert v. Zahn

Die Trauerfeier für Peter Tonger findet am Freitag, dem 18.9.2026, um 10.30 Uhr in der Trauerhalle des Friedhofs in Köln-Rodenkirchen, Sürther Straße, statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt anschließend.

Statt Blumen bitte im Sinne des Verstorbenen eine Spende für KammerMusikKöln e.V., IBAN: DE52 3705 0198 1930 4382 86, oder Endlich. Palliativ & Hospiz Köln e.V., IBAN: DE03 3705 0299 0310 5523 58, Verwendungszweck: Spende Peter Tonger.

Foto: Peter Tonger und sein Nachfolger als Vizepräsident des Landesmusikrats André Sebald beim Abschied Sebalds vom Gürzenich-Orchester im Januar 2018 in Köln; Foto: Eva Luise Roth.