Navigation für Screenreader Zur Hauptnavigation springen | Zum Seiteninhalt springen | Zur Meta-Navigation springen | Zur Suche springen | Zur Fuß-Navigation springen

„Man with the movie camera“ mit Nymans Patterns begeisterte in Köln

Dziga Vertovs großartiges Filmportrait einer russischen Stadt in den 1920er Jahren flimmerte am 30. Oktober über die großformatige Leinwand in St. Rochus, Köln. Und die flirrenden Klänge von Michael Nymans Soundtrack belebten live diese frühe Huldigung an die russische Moderne: Das Jugendzupforchester NRW und Christian de Witt spielten die Komposition in einer Bearbeitung von de Witt für Mandolinen, Gitarren und Kontrabass.

Filmspezialist Joachim Steineweg und Regionalkantor Wilfried Kaets hatten eigens die rekonstruierte Zelluloidfassung des Frankfurter Filmmuseums kommen lassen. Nach ausgiebigem Test mit den Zupfern spielten sie diese mit 22 Bildern pro Sekunde ab, vermieden so jeden Slapstick-Effekt und verhalfen so der Musik zu einem atmenden Metrum.

In der voll besetzten Kirche erlebten viele staunend, wie plastisch Vertov das Leben der Russen in den 1920er Jahren zeichnete, wie empathisch sich die gezupften Klänge mit Bildern von Arbeitern und Großbürgern verbanden und wie unerbittlich motorisch Nyman die Industrieästhetik vieler Szenen getroffen hat. Ein Erlebnis, das dem Orchester und de Witt standing Ovations bescherte.

Es war das letzte Konzert, das Christian de Witt als Leiter des Jugendzupforchesters NRW gab. Den Dirigentenstab gibt er nun an Peter Vierneisel weiter. So applaudierten auch die Musikerinnen und Musiker ihrem langjährigen Chef durch sonores Fingertrommeln auf den Resonanzkörpern.

Das Jugendzupforchester NRW wird vom Landesmusikrat NRW und dem Bund deutscher Zupfmusiker NRW getragen und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport gefördert.

rvz

Fotos: Das Jugendzupforchester NRW am 30. Oktober in St. Rochus Köln; Joachim Steinigeweg und der Projektor hinter der Orgelempore von St. Rochus, Köln. Fotos: LMR NRW.