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Landesmusikrat, Landesverband der Musikschulen in NRW und die Ressorts Schule, Jugend und Kultur der Landesregierung unterzeichnen Rahmenvereinbarung zum schulischen Ganztag

Im nordrhein-westfälischen Landtag hat die Landesregierung am 5. Mai 2026 ein Signal für den Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung des schulischen Ganztags gesetzt. Minsterinnen und Minister mehrerer Ressorts unterzeichneten gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Partnern neue Rahmenvereinbarungen, die die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe und externen Akteuren auf eine aktualisierte Grundlage stellen sollen. 

Im Zentrum der Vereinbarungen steht die Erkenntnis, dass Ganztagsschule längst mehr ist als Betreuung am Nachmittag. Vielmehr soll sie als umfassender Bildungsraum verstanden werden, in dem Kinder und Jugendliche neue Erfahrungsfelder erschließen können – von Sport und Naturwissenschaft bis hin zu kultureller Bildung und künstlerischer Praxis. Das gemeinsame Musizieren wird dabei ausdrücklich als prägendes Element genannt, das Begeisterung weckt, Gemeinschaft stiftet und individuelle Begabungen fördert. 

Mit insgesamt zwölf Vereinbarungen – darunter mehrere überarbeitete und neue Partnerschaften – wird ein breites Netzwerk aus Institutionen dauerhaft in den Ganztag eingebunden. Dazu zählen auch zentrale Akteure der kulturellen Bildung, etwa Musikschulen, Kulturverbände und Einrichtungen der kulturellen Jugendarbeit. Diese Kooperationen sollen künftig noch enger verzahnt werden, um Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft Zugang zu vielfältigen künstlerischen Angeboten zu ermöglichen. 

Gerade im Bereich der Musik erhält diese Entwicklung besonderes Gewicht. Musikangebote gelten seit langem als Schlüssel für ganzheitliche Bildung, da sie kreative, soziale und emotionale Kompetenzen gleichermaßen stärken. In Nordrhein-Westfalen sind Musikschulen und freie Träger, so auch Vereine der Amateurmusik, bereits etablierte Partner im Ganztag, deren Rolle nun weiter gestärkt wird. Sie tragen dazu bei, dass musikalische Bildung nicht nur punktuell, sondern als kontinuierlicher Bestandteil des Schulalltags verankert wird – etwa durch Instrumentalunterricht, Ensemblearbeit oder kreative Projekte. 

Schulministerin Dorothee Feller und Jugendministerin Schäffer betonten in einem gemeinsamen Grußwort, wie wichtig die Qualität gerade von kulturellen, aber von anderen Angeboten im schulischen Ganztag seien. Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes verfolgt, so ihr Grußwort, ihren bildungspolitischen Ansatz, möglichst frühzeitig Zugänge zu Kunst und Kultur zu schaffen und damit nachhaltige Teilhabe zu ermöglichen. In diesem Kontext versteht sich Musik nicht nur als ästhetisches Fach, sondern als gesellschaftlich verbindendes Element, das junge Menschen zur aktiven Mitgestaltung ermutigt und ihnen Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet. Für den Landesverband der Musikschulen in NRW unterzeichnete der Vorsitzende Holger Müller, für den Landesmusikrat NRW Generalsekretär Robert v. Zahn die Rahmenvereinbarung.

Die neuen Rahmenvereinbarungen sind zugleich eine Reaktion auf den ab 2026 schrittweise geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Mit dem Ausbau der Plätze wächst auch der Anspruch, den Ganztag qualitativ weiterzuentwickeln. Die Landesregierung setzt dabei bewusst auf Kooperationen, um den Schulen ein breites Spektrum an Angeboten zu eröffnen und den Ganztag als vernetzte Bildungslandschaft zu etablieren. 

So wird der Ganztag künftig noch stärker von externen Partnern geprägt sein, die ihre Expertise in den Schulalltag einbringen. Für den Kulturbereich bedeutet dies eine strukturelle Aufwertung: Musik, Theater und andere künstlerische Formate sollen nicht nur ergänzende Angebote bleiben, sondern integraler Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung werden.

Die Unterzeichnung im Landtag markiert damit einen weiteren Schritt hin zu einem Ganztag, der Bildung, Betreuung und kulturelle Teilhabe zusammendenkt. Die Stärkung musikalischer Angebote verdeutlicht, dass kulturelle Bildung in Nordrhein-Westfalen zunehmend als unverzichtbarer Baustein schulischer Entwicklung verstanden wird.

rvz

Foto: Die Unterzeichnenden von 12 Rahmenvereinbarungen zum schulischen Ganztag am 5. Mai 2026 im Landtag NRW. © MSB NRW / Mark Hermenau