Kinderorchester NRW im Seufzergalopp

Die Schlange vor den 2G-Kontrolleuren der Stadthalle Troisdorf war lang, als das Kinderorchester sich am 27. November 2021 für das dortige Konzert fertigmachte. Die Besetzung ist derzeit so groß, dass Leiter Andreas Fellner seine jungen Musikerinnen und Musiker das Konzert in zwei Schichten bespielen ließ. Nur so waren vertretbare Abstände auf der Stadthallenbühne zu realisieren. Der Qualität tat das keinen Abbruch. Glenn Millers „Moonlight Serenade“ erklang im Orchester-Arrangement Bo Cerullis in der ersten Schicht so souverän und spielfreudig wie etwa Beethovens Trauermarsch aus der 7. Sinfonie in der zweiten Schicht. Und den „Seufzergalopp“ von Johann Strauss Sr. spielten die einen zu Beginn wie die anderen zum Schluss.

Ralph Erdenberger sorgte für die Spielhandlung des Konzerts. Dr. Mood testet zusammen mit seinen beiden Assistentinnen (Clara Hütterott und Alina Steinbrecher), welche Wirkungen Musik auf die Zuhörer hat. Diese gingen willig mit und signalisiert mit bunten Gefühlskarten ihre jeweilige Stimmung. Klar, dass der 4. Satz aus Schumanns 4. Sinfonie Freude auslöste, während Holsts „Mars“ aus der Planeten Suite eher Angst verursachte, so gut sie auch gespielt war. Andreas Fellner und sein Orchester spielten Erdenbergers Forschungen auch einzelne Taktgruppen zu, und verblüffend war es, mit welcher Präzision das Kinderorchester auch bei diesen Fragmenten „aus dem Stand“ zusammen war.

Weitere Konzerte gab es in Wuppertal und in Kleve. Das Kinderorchester NRW steht in der Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Landesjugendensembles NRW und des Landesmusikrats NRW. Es ist ein Förderprojekt des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW. Für die profunde Organisation sorgte Lena Zimmer.

rvz

Dr. Mood (Ralph Erdenberger mit Clara Hütterott und Alina Steinbrecher); Gefühlskarten des Kinderorchesters NRW; das Kinderorchester NRW unter Leitung von Andreas Fellner am 27. November 2021 in der Stadthalle Troisdorf; Fotos: LMR NRW.

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