Mit einem festlichen Preisträgerkonzert ist am Sonntag, 27. September 2026, im Fürstensaal des Barockschlosses Ahaus der 13. Jugend-Kammermusikförderpreis NRW verliehen worden. Sechs junge Ensembles präsentierten sich dem Publikum und nahmen anschließend ihre Auszeichnungen entgegen. Schirmherrin des Preises ist die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes, die eigens nach Ahaus gekommen war, um die jungen Musikerinnen und Musiker persönlich auszuzeichnen.
Durch den Festakt führte Stefan Vörding, Direktor der Landesmusikakademie NRW. Er begrüßte das Publikum im historischen Fürstensaal und hieß besonders herzlich Kulturministerin Ina Brandes willkommen. Die Schirmherrschaft der Ministerin unterstrich die Bedeutung, die der Förderung junger Musikerinnen und Musiker und insbesondere dem gemeinsamen Musizieren im Land zukommt.
Der Jugend-Kammermusikförderpreis NRW wird seit 2014 jährlich vergeben. Für die 13. Ausgabe hatten sich mehr als 80 Jugendliche beworben. Beim Juryvorspiel am 10. und 11. Juli in der Landesmusikakademie NRW in Heek überzeugten die Ensembles durch ein so hohes musikalisches Niveau, dass die Jury erstmals sechs Ensembles für eine Auszeichnung auswählte. Zwei von ihnen erhielten zudem den in diesem Jahr erstmals vergebenen „Jugend-Kammermusikförderpreis NRW mit Auszeichnung“.
Diese besondere Auszeichnung ging an das Geigenduo der Schwestern Antonia Hermine Hellwig und Caroline Anna Hellwig, das die Jury mit außergewöhnlicher Virtuosität und Präzision überzeugt hatte und im Schloss Louis Spohrs Duo Concertante op. 67, 2 und Johan Halversons Konsert Caprice over Norske Melodien interpretierten, sowie an das Streichquartett mit Elisabeth Graf (Violine), Antonia Hermine Hellwig (Violine), Oskar Batzdorf (Viola) und Isabelle Clara Weinsheimer (Violoncello), das in makellosem Zusammenspiel und mit Verve Beethovens Streichquartett in c-Moll op. 18, 4 bot.
Mit dem Jugend-Kammermusikförderpreis NRW 2026 wurden außerdem vier weitere Ensembles ausgezeichnet: das Oboenduo Helene Kreuser und Yumiko Maria Bartz, das Celloduo Audrey Zheng und Olivia Zheng, das Tuba- und Posaunenduo Emil Hansol Sülberg und Mattis Jo Koling sowie das Blockflötenduo Catharina Volbers und Anna Katharina Diekamp. Damit bot das Preisträgerkonzert zugleich einen bemerkenswerten Querschnitt durch ganz unterschiedliche kammermusikalische Besetzungen – vom Streicherensemble über Holz- und Blechbläser bis zur Blockflöte.
Einen Sonderpreis hatte die Jury darüber hinaus dem zwölfköpfigen Hindemith-Ensemble zugesprochen, das beim Festakt verhindert war. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury nicht nur die Leistung der jungen Musikerinnen und Musiker, sondern ausdrücklich auch das Engagement der Musikschullehrkraft Achim Fiedler und von DORTMUND.MUSIK. Damit rückte sie eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Nachwuchsförderung in den Mittelpunkt: Herausragende Ensemblearbeit entsteht dort, wo musikalisches Können, kontinuierliche pädagogische Begleitung und gemeinschaftliches Engagement zusammenkommen.
Der Jugend-Kammermusikförderpreis richtet sich an junge Ensembles, die bereits erfolgreich am Landeswettbewerb Jugend musiziert NRW teilgenommen haben. Er soll ihnen einen weiteren Anreiz geben, die anspruchsvolle Arbeit im Ensemble fortzusetzen und ihre kammermusikalischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Gerade das Musizieren in kleinen Besetzungen verlangt dabei nicht nur technische Sicherheit, sondern in besonderer Weise aufmerksames Zuhören, musikalische Eigenverantwortung und die Fähigkeit, gemeinsam interpretatorische Entscheidungen zu treffen.
Veranstaltet wird der Jugend-Kammermusikförderpreis 2026 von der Landesmusikakademie NRW. Kooperationspartner sind das Kammermusikzentrum NRW, der Landesmusikrat NRW und der Verein zur Förderung von Landesjugendensembles NRW. Gefördert wird der Preis durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den Förderkreis Kultur & Schlösser, die Ernsting Kunst- und Kultur-Stiftung und die Sparkasse Westmünsterland.
Mit dem Konzert im Schloss Ahaus fand der Wettbewerb einen festlichen Abschluss. Im Anschluss bot ein Empfang Gelegenheit zum Austausch zwischen den Preisträgerinnen und Preisträgern, ihren Begleitungen, den Förderern und Gästen.
rvz
Fotos: Antonia Hermine und Caroline Anna Hellwig im Festakt des Kammermusikförderpreises NRW am 27. September 2026 in Schloss Ahaus; das Panelu-Streichquartett: Elisabeth Graf (Violine), Antonia Hermine Hellwig (Violine), Oskar Batzdorf (Viola) und Isabelle Clara Weinsheimer (Violoncello); Ina Brandes zeichnet Antonia Hermine und Caroline Anna Hellwig aus; das Tuba- und Posaunenduo Emil Hansol Sülberg und Mattis Jo Koling, das Celloduo Audrey Zheng und Olivia Zheng sowie das Blockflötenduo Catharina Volbers und Anna Katharina Diekamp im Festakt des Kammermusikförderpreises 2026 auf Schloss Ahaus; Fotos: LMR NRW.