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Gefährdet der Ganztag die musikalische Bildung?

Gemeinsam fordern die Verbände aus Schule, Musikschule und Amateurmusik, musikalische Bildung im Ganztag zu sichern

Im August 2026 tritt der bundesweite Anspruch auf Ganztagsförderung in Kraft – aber der verlängerte Aufenthalt der Kinder und Jugendlichen in der Betreuung darf perspektivisch nicht deren musikalische Bildung austrocknen. Hierauf weisen die drei Bundesverbände aus den Bereichen Schule, Musikschule und Amateurmusik in einem Positionspapier hin. Sie fordern eindringlich, dass sich die Akteur*innen vor Ort vernetzen, um die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu erhalten.

Musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen fördert nicht nur Kreativität, Konzentration und soziale Kompetenzen, sondern legt auch den Grundstein sowohl für eine berufliche Perspektive als Musiker*in als auch für ein Hobby, das viele Menschen ihr Leben lang begleitet und stärkt. Die Möglichkeit zu musizieren muss daher sowohl im Unterricht als auch im außerschulischen Bereich qualitätsvoll erhalten bleiben und gemeinsam geplant und gedacht werden – dies fordern der Bundesverband Musikunterricht (BMU), der Verband deutscher Musikschulen (VdM) und der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) in einem gemeinsamen Positionspapier für eine umfassende Bildungsstrategie.

Die wichtigsten Zugangswege zur Musik sind die Schule (38 %), gefolgt von Chören, Orchestern und Musikvereinen (31 %) und den öffentlichen Musikschulen (24 %) sowie der Privatinstrumentalunterricht (23 %), so eine aktuelle Studie des Musikinformationszentrums. Wenn aber in den Schulen immer seltener überhaupt noch Musikunterricht stattfindet und Kinder und Jugendliche nachmittags keine Zeit mehr haben, in den Musikschulunterricht oder in die Chor- und Orchesterproben des Vereins zu gehen, leidet die musikalische Bildung erheblich.

Damit musikalische Bildung im Ganztag gelingt, braucht es eine verlässliche und strukturelle Zusammenarbeit zwischen den drei musikalischen Bildungsakteuren Schule, Musikschule und Verein. Diese drei Partner bringen Expertise, Kontinuität, Professionalität, qualifizierte Fachkräfte, Räume und die Möglichkeit zu Teilhabe und sozialen Netzwerken mit – jetzt müssen die Akteur*innen vor Ort diese Stärken zusammenführen. 

Die Verbände fordern daher:

  • Verbindliche strukturelle Zusammenarbeit zwischen Schulen, Musikschulen und Amateurmusik im Ganztag
  • Anerkennung und Einbindung qualifizierter Fachkräfte aus allen drei Bereichen
  • Nachhaltige Rahmenbedingungen, die Kooperationen langfristig ermöglichen
  • Verlässliche Finanzierung für qualitativ hochwertige musikalische Angebote

Das Positionspapier ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung des Bundesmusikverbands Chor & Orchester vom 28.1.2026)