Diskussion im StadtKlangNetz: Projekte nachhaltig finanzieren

„Projekte nachhaltig finanzieren“ – das war die Forderung eines Panels innerhalb der Konferenz StadtKlangNetz am 31. Oktober im Kölner Filmhaus. Ausrichter war Televisor im Rahmen des Netzwerks Neue Musik „ON“, das von der Bundeskulturstiftung, von der Stadt Köln u.a. finanziert wird.

Auf dem Podium diskutierten Eva Luise Roth (Landesmusikrat NRW), Georg Dietzler (Projektkoordinator Art Special Hansa/Bildungslandschaft Altstadt Nord), Prof. Joachim Kettel (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) und Anorthe Kremers (Stiftung Mercator), moderiert von Matthias Mainz. Zu den Landesprogrammen und speziell "Jedem Kind ein Instrument" nahm aus dem Publikum der Musikreferent der Staatskanzlei NRW Thomas Baerens Stellung.

Die Veranstaltung richtete sich an Interessierte, die Anregungen für Unterricht und Projektarbeit bekommen, einen Überblick über die musikpädagogische Bildungslandschaft der Region gewinnen und Finanzierungsmöglichkeiten finden möchten.

Musik-, Kunst- oder Tanzprojekte haben derzeit im Rahmen der außerschulischen Angebote Hochkonjunktur. Die Landesregierung hat diese vor allem durch das Programm der Staatskanzlei „Kultur und Schule“ seit 2006 ausgelöst. Die Podiumsteilnehmer fragten dabei skeptisch, wie nachhaltig sich dieser Boom auswirken kann. Der Druck auf das Bildungsangebot und die Schulen wird durch den zunehmenden Lehrermangel in den nächsten Jahren erheblich zunehmen.

Die Versuche der Länder sind verständlich, Lehrkräfte aus der künstlerischen Praxis für den Schuldienst zu gewinnen, laufen aber auch Gefahr, den Fachunterricht durch kurzfristige Projekte zu ersetzen. Tatsächlich können Künstlerprojekte das Bildungsangebot eines regulären Schulunterrichtes nicht substituieren, doch wichtige Impulse für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen geben. Insofern sind diese Projekte kaum noch verzichtbar, und ihre nachhaltige Unterstützung muss sich überaus positiv auf die Gesellschaft auswirken.

StadtKlangNetz hat sich 2008 erfolgreich etabliert und bot nun 2009 vor allem Praxismodelle transdisziplinärer Musikpädagogik zur Diskussion an. Die Konferenz wurde von Televisor in Kooperation mit dem Büro für Konzertpädagogik ausgerichtet.

Foto (v.l.n.r.): Eva Luise Roth (Landesmusikrat NRW), Georg Dietzler (Art Special:Hansa, freier Kurator und Veranstalter), Matthias Mainz (Moderation), Anorthe Kremers (Mercator Stiftung), Prof. Joachim Kettel (Professor für Kunst und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe)

Foto: Televisor

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