Dirigentinnen an die Pulte!

Die gravierende Unterrepräsentanz von Dirigentinnen im öffentlichen Konzertleben hatte das Frauenkulturbüro veranlasst, zusammen mit dem Landesmusikrat NRW und dem Deutschen Dirigentenforum in der ersten Jahreshälfte eine Expert*innenrunde mit dem Thema zu befassen.

Die Ausgangslage ist desaströs: Obwohl sich das Geschlechterverhältnis an deutschen Musikhochschulen nahezu ausgeglichen darstellt, sind Dirigentinnen in öffentlichen Festanstellungen immer noch die absolute Ausnahme.

Die Fachrunde aus Verbänden, Institutionen, Gewerkschaft und Kulturverwaltungen diagnostizierte überholte Strukturen, Intransparenz und mangelnde Frauenförderung als die zentralen Ursachen.

Als Ergebnis des Runden Tisches legten sie inzwischen eine lange Liste von Empfehlungen in verschiedenen Kategorien vor, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Kulturinstitutionen, Theatern und Orchestern führen soll.

Zu den wichtigsten zielführenden Maßnahmen zählen u.a.

  • die Förderung des Nachwuchses mit frühzeitigen Qualifizierungsangeboten sowie systematische Vordirigate im Rahmen der Ausbildung, Mentoring-Programme und die Anhebung der Altersgrenzen bei Wettbewerben und Förderprogrammen
  • Bewusstseinsbildung in den traditionellen Institutionen (wie Orchester) im Sinne eines geschlechtersensiblen Umgangs miteinander, transparente Auswahlprozesse
  • Um ein Anreizsystem für die Gleichstellung von Dirigentinnen zu schaffen, muss die Fördermittelvergabe sowohl in der Budgetierung als auch im Berichtswesen gemäß dem Gleichstellungsgesetz an geschlechtergerechten Parametern ausgerichtet sein.

Letztendlich soll eine Taskforce NRW die dicken Bretter auf Ebenen von Politik und Kulturinstitutionen bohren, um tatsächlichen auch einen Veränderungsprozess zu mehr  Geschlechtergerechtigkeit auf der Leitungsebene in Gang zu setzen.

Die Ergebnisse in Gänze sowie die Teilnehmer*innen des Runden Tisches „Dirigentinnen an die Pulte“ finden Sie unter:

https://www.frauenkulturbuero-nrw.de/wp-content/uploads/Dirigentinnen_Ergebnispapier.pdf

(Pressemeldung des Frauenkulturbüros NRW vom 31.8.2021)

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