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Das Landesmusikfest des Volkmusikerbunds in Soest ist eröffnet

Als das Seniorenorchester Soest das Landesmusikfest am Nachmittag des 30. April mit einem musikalischen Gruß einleitete, lachte entgegen aller skeptischen Stimmen doch die Sonne vom Himmel. Landrätin Eva Irrgang bekannte, dass sie und viele Kollegen für gutes Wetter zum Fest gebetet hätten. Es schien zu nutzen. Das Seniorenorchester hatte sich im äußeren Säulengang des Soester Rathauses postiert, um gegen Schauer gewappnet zu sein. Das erwies sich zwar nicht als nötig, doch für eine gute Open-Air-Akustik sorgte die Architektur durchaus. Eine große Zahl von Musikfreunden hatte sich bereits am Rathaus eingefunden, während gleichzeitig Reisebusse am Rande der malerischen Innenstadt Soests ganze Orchester und Spielmannszüge in die Gassen entließen. 

Im Blauen Saal des Rathauses eröffnete Joachim Westermann, Präsident des Volksmusikerbunds NRW das Fest. Er umriss die aufwändigen Vorbereitungen des Fests: Die Anforderungen an die Organisation stoßen, so Westermann, bei einem solchen Fest unter heutigen behördlichen Auflagen an die Grenzen der Ehrenamtlichkeit. So mussten die Organisatoren das Sicherheitskonzept mehrfach verbessern und einen professionellen Planer verpflichten, der es zur Genehmigungsreife entwickelte. Immerhin nehmen 160 Musikvereine an dem Fest teil. Allein hundert von diesen spielen in den Wertungsspielen, die am Feiertag beginnen und Samstag enden.

Soest werde gerne als die heimliche Hauptstadt Westfalens bezeichnet, so Westermann, in diesen Tagen allerdings werde es zur Musikhauptstadt Nordrhein-Westfalens. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer griff das gerne auf und zeigte sich stolz darauf, dass die Stadt das viertägige Musikfest erlebt. Auch Kreisverbandsvorsitzender Harald Franke hieß die Gäste in Soest willkommen und dankte den vielen Helfern, die den Ablauf des Fests ermöglichen.

Einer der besonders engagierten Vorbereiter des Fests konnte bei der Eröffnung nicht teilnehmen. Hubert Bräutigam vom Kreisverband Soest wurde erst am Eröffnungstag aus einem Krankenhaus entlassen. Im abendlichen Eröffnungskonzert in der Stadthalle würdigte Westermann dessen Verdienste und zeichnete Bräutigam mit einer Ehrenurkunde aus, die dessen Frau entgegennahm. Urkunden erhielten auch der Kreisverbandsvorsitzende Harald Franke und Kreisverbandsgeschäftsführer Karl-Heinz Schulte.

Seitens der Landesregierung nahm Staatssekretär Bernd Neuendorf vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW am Eröffnungskonzert teil. Er stellte das Engagement von Kreisverband und Landesverband als beispielhaft heraus. Über immerhin fünf Jahre hatten sich die vorbereitenden Arbeiten hingezogen. Die Wahl von Soest als Stadt des Fests sei glücklich, denn die Region sei seit langer Zeit als Hort der Musikvereine bekannt. Die Laienmusik zeige hier in besonderer Weise ihre Eigenschaft, den Menschen eine Heimat und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit zu geben.

Landrätin Eva Irrgang erinnerte daran, dass vor 23 Jahren schon einmal ein Landesmusikfest im Kreis Soest, in Geseke, stattgefunden hat. Sie dankte dem Verband dafür, dass er in die Disziplin junger Musiker und in die Feinfühligkeit einer Musikausbildung investiere.

Die fast siebzig Musikerinnen und Musiker des Sinfonischen Blasorchester des Musikzugs Ennest (Attendorn) spielten unter Leitung von Ingo Samp ein Repertoire, dessen Stücke von solcher Verschiedenheit waren, dass es bestens auf die Programmvielfalt der weiteren Konzerte des Fests vorbereitete. Der Moderator und Musiker des Orchesters Georg Elsaesser erläuterte die Werke mit gekonntem Witz: Die festliche Ouvertüre op. 96 von Dmitri Schostakowitsch, ein Children’s March von Percy Grainger, der geschickt mit den Klängen der Stimmgruppen spielt, ein turbulenter bulgarischer Tanz von Franco Cesarini, ein Soundtrack von John Williams und weitere Werke erklangen in der Stadthalle, um die Besucher erst am späten Abend ins Soester Nachtleben zu entlassen.

Am Feiertag wirkt das Seniorenorchester Soest in einer Messe mit, worauf die Wertungsspiele beginnen. Um 19 Uhr gastieren „De Vriendenkrans“, ein holländisches Symphonisches Blasorchester der höchsten Qualitätsstufe, und „Sauerland Winds“, ein Auswahlorchester aus dem Hochsauerlandkreis, in der Stadthalle. Am Freitag lädt die Bläserphilharmonie OWL zu einem Erzählmärchen in die Stadthalle, worauf der Musikzug Möhnesee dort abends ein Egerländerkonzert gibt. Samstagabend werden im Jahnstadion gegen 19 Uhr die Ergebnisse der Wertungsspiele bekannt gegeben, während die Band Nightshift auf dem Markt open air spielt. Das Abschlusskonzert mit dem Landesblasorchester und dem Landesspielleutekorps des Volksmusikerbunds NRW führt wieder in die Stadthalle. Sonntagmittag endet das Landesmusikfest mit einem Festzug im Jahnstadion.

Das Landesmusikfest des Volksmusikerbunds NRW wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und dem Landesmusikrat NRW gefördert.

rvz

Fotos: Das Seniorenorchester Soest spielte auf dem Rathausvorplatz eine musikalische Begrüßung; Joachim Westermann, Präsident des Volksmusikerbunds NRW, führte im Blauen Saal des Soester Rathauses in das Fest ein; das Sinfonie Blasorchester des Musikzugs Ennest bestritt das Eröffnungskonzert in der Stadthalle; Fotos: LMR NRW.