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„Beyond Earth“ – Junge Bläserphilharmonie NRW in Heek-Nienborg

Mit dem Programm „Beyond Earth“ entführte die Junge Bläserphilharmonie NRW ihr Publikum gestern Abend im Musiksaal der Landesmusikakademie NRW auf eine eindrucksvolle musikalische Reise zwischen Kosmos und Heimatplanet. Unter der Leitung von Isabelle Ruf-Weber verband das Ensemble klangliche Weite und präzise musikalische Gestaltung zu einem geschlossenen Konzertabend von hoher Intensität. Der Umstand, dass die derzeit große Besetzung des Landesjugendensembles den Konzertsaal der Landesmusikakademie an seine akustischen Grenzen trieb, begünstigte ein sehr unmittelbares und intensives Hörerlebnis.

Die Junge Bläserphilharmonie NRW ist das Spitzennachwuchsensemble für sinfonische Bläsermusik des Landes und vereint besonders qualifizierte junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Nordrhein-Westfalen. Projektweise erarbeitet das Orchester anspruchsvolle Programme auf hohem künstlerischem Niveau und versteht sich zugleich als Förderinstrument für musikalische Exzellenz, Ensemblekultur und professionelle Orchesterarbeit. Diese Ausrichtung war auch an diesem Abend deutlich spürbar.

Den Auftakt bildete „Sacred Spaces“ von John Mackey, ein Werk, das mit schwebenden Klangflächen und kraftvollen Steigerungen Räume von künstlerischer Offenheit erschließt. Die Junge Bläserphilharmonie NRW überzeugte mit transparenter Balance und fein abgestufter Dynamik – ein atmosphärisch dichter Einstieg, der das Publikum unmittelbar in den thematischen Kosmos des Abends hineinführte. Für die Hintergrundinformationen sorgte Moderatorin Charlie Ortolf.

Mit „Hymn to the Sun“ von Satoshi Yagisawa folgte eine strahlende, lyrisch geprägte Komposition, in der sich Wärme und Energie vereinten. Besonders die farbenreiche Instrumentation und das sensible Zusammenspiel der Register verliehen dem Werk eine leuchtende Präsenz.

Einen zentralen programmatischen Akzent setzte „Networks“ von Theo Schmitt. Die Komposition reflektiert die komplexen Verbindungen zwischen Mensch, Gesellschaft und Kosmos und forderte das Ensemble rhythmisch wie klanglich heraus. Mit Konzentration und Formbewusstsein gestalteten die Musikerinnen und Musiker die vielschichtigen Strukturen des Werkes und machten dessen gedankliche Tiefe erfahrbar.

Mit der Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein setzte das Programm einen temperamentvollen Akzent. Spielfreude, präzise Artikulation und spritzige Rhythmen sorgten für Leichtigkeit und Brillanz, ohne den dramaturgischen Bogen des Abends zu verlassen.

Höhepunkt des Konzerts war die 6. Sinfonie „The Blue Marble“ von Julie Giroux. Inspiriert vom ikonischen Bild der Erde aus dem All, thematisiert das Werk die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Planeten. Der erste Satz entfaltete eine weit gespannte, beinahe meditative Klanglandschaft, während „Voices in Green“ und „Let There Be Life“ Natur, Wachstum und Verantwortung in Musik übersetzen. Die Junge Bläserphilharmonie gestaltete die Sinfonie mit Ausdruckskraft und emotionaler Überzeugung – getragen von einer klaren, gestalterisch souveränen Dirigierarbeit. Die Zugabe trug mit Strauß‘ Radetzky-Marsch dem Charakter eines Neujahrskonzert Rechnung.

Die Junge Bläserphilharmonie NRW wird vom Verein zur Förderung von Landesjugendensembles NRW in Kooperation mit dem Landesmusikrat NRW getragen und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördert. Das Konzert war eine Veranstaltung der Fördergesellschaft der Landesmusikakademie, die sich hier einmal mehr für die Nachwuchsarbeit und die Akademie engagierte. Akademiedirektor Stefan Vörding begrüßte das Publikum, das trotz Schnees den Saal vollständig füllte. Die Fördergesellschaft war durch Vera Lammers vom Vorstand und Geschäftsführer Norbert Wieland vertreten, der Trägerverein der Akademie durch die Vorsitzende Heike Wermer MdL, die mit besonderem Applaus begrüßt wurde.

rvz

Fotos: Die Junge Bläserphilharmonie NRW am 6. Januar 2025 im Konzertsaal der Landesmusikakademie NRW; Fotos: Tom Beckers.