Auftakt der c/o pop mit Stankowski und Beirut

"Es ist für uns schon ein Hammer, in so einem Ambiente unser Oeuvre vorstellen zu dürfen" bekannte Johannes Stankowski in der Kölner Philhamornie. Ende Januar noch hatte das Duo Werle & Stankowski sein Abschiedskonzert im Kölner "Subway" gegeben, weil die Künstler getrennt neue musikalische Inhalte suchen wollten. Nun trat Johannes Stankowski im Rahmen des Förderprogramms NeuKommaGut des Landesmusikrats mit eigener Band als Vorgruppe von "Beirut" an. Seine Songs sind sympathisch und auch berührend. Mit akustischer und mit E-Gitarre erklingen Liebeserklärungen, Bekenntnisse zu Bob Dylan, aber auch Reflexionen aus dem Backstage anstrengender Tourneen. Die folkigen Balladen kamen gut an und schienen das Mitschwingen herauszufordern. Neben Stankowski spielten Benedikt Filleböck (Keyboards), Daniel Schaub (Bass), Dan Enderer (Schlagzeug) und Phillip Tielsch (Gitarre).

Dann kam "Beirut", und diese Band ist jede Anfahrt wert. Zach Condon stammt aus Mexico und er liebt die Balkan Muzika, wie Goran Bregovic sie prägte. "Beirut" steht für einen modernen Folklore-Pop, den es als Volksmusik so nie gegeben hat, sondern der aus verschiedensten Wurzeln nicht nur des Balkan entstanden ist. Gleichwohl wünscht man sich, es gäbe ein Volk, das tatsächlich in dieser Musik lebt. Die meisten der recht kurzen Stücke sind mit Gesang, zwei Trompeten, Tuba, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug besetzt. Alternativ werden auch Glockenspiel, Horn, Posaune, Ukulele, E-Bass und verschiedenste Percussion herangezogen. Die eher kurzen Vokalteile Condons umrahmen ausgedehnte Bläserzwischenspiele, die mal melancholisch, mal furios das Publikum mitreißen.

Beide Bands neigen zu lyrischen Stimmungen, und sie wirkten im Konzertsaal erstaunlich indigen. Keine Rachmaninoff-Sinfonie, die mehr Moll gebracht hätte als dieses Pop-Konzert, kein Gabrieli-Satz mit betörenderen Trompetenkantilenen und kein philharmonisches Neujahrskonzert mit mehr Dreier- und Sechsertakten. Begeistertes Publikum, das zum Schluss auf der Bühne tanzte.

Johannes Stankowski und Band wurden im Rahmen des Popförderprogramms des Landesmusikrats, NeuKommaGut, mit Mitteln des Ministerpräsidenten von NRW gefördert. Das Konzert war eine Veranstaltung der KölnMusik gemeinsam mit der c/o pop.

rvz

Foto: Johannes Stankowski

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