"Alles immer smart?"– Podiumsdiskussion des Rats für Kulturelle Bildung zum digitalen Wandel

"Alles immer smart? Gemeinsame Herausforderungen für Schule und Kultur im digitalen Wandel" – Unter dieser Überschrift veranstaltete der Rat für kulturelle Bildung am 18. Februar im Foyer der Komischen Oper Berlin eine Podiumsdiskussion, an die sich ein Austausch mit ca. 150 Gästen anschloss.

Manuel Hartung, DIE ZEIT, moderierte eine intensive Gesprächsrunde mit Udo Michallik, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz (KMK), Prof. Dr. Benjamin Jörissen, Experte im Rat für Kulturelle Bildung und Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Ivana Scharf, Geschäftsleiterin MUTIK gGmbH und Mechthild Eickhoff, Leitung UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U.

Dem Mythos „Digitalisierung macht frei und gleich“ wurde gleich zu Beginn vielfach widersprochen. Schnell waren sich die Gesprächsteilnehmerinnen und -nehmer einig, dass die digitale Technik ein Werkzeug ist. Deshalb sei es besonders wichtig, das Primat des Pädagogischen voranzustellen und neben der technischen Infrastruktur vor allem „in Köpfe“ zu investieren. Es gelte, die digitalen Welten zu verstehen, um ihnen nicht ausgeliefert zu sein. Um die digitalen Welten in Bildungsprozesse zu integrieren, sei es wichtig, ein Verständnis von Bildung zugrunde zu legen wie etwa: Haltung entwickeln, reflexives Verhalten entwickeln, Autonomie erfahren, Demokratie erfahren.

Für die allgemeinbildenden Schulen sei es auch im Zusammenhang mit der digitalen Entwicklung wichtig, sie als geschützten Raum für eine gesellschaftliche Aufgabe zu erhalten, die Öffnung von Schule als unverzichtbare Chance zu nutzen, stärker projekt– und fächerübergreifend zu arbeiten und Schulen als Begegnungs- und Kulturorte weiter zu entwickeln. Insgesamt seien die Entwicklungen und Veränderungen durch die Digitalisierung sehr grundlegend und komplex. Deshalb war einigen Diskutantinnen und Diskutanten die Diskrepanz zwischen SchülerInnenwelt und Schulwelt viel zu groß, das Tempo der Entwicklungen viel zu langsam und die Weichenstellungen durch Bund und Länder zu schleppend. (Der Digitalpakt muss endlich gelingen, war eine deutliche Forderung.)

Insgesamt wurden die Potentiale des Digitalen in den schulischen und außerschulischen Bereichen hoch eingeschätzt. Und weil die Veränderungen in Denk- und Arbeitsweisen als sehr grundlegend eingeschätzt wurden, waren sich alle einig, dass die Digitalisierung Teil einer starken kulturellen Entwicklung ist und die kulturelle Bildung an Bedeutung gewinnen wird.

(Reinhard Knoll)

Aktuelle Publikation zum Thema:
„Alles immer smart“. Kulturelle Bildung, Digitalisierung, Schule.
Rat für kulturelle Bildung e.V.
Essen, Januar 2019
ISBN 978-3-9820173-3-4

Download auf der Website: rat-kulturelle-bildung.de
     

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