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Themenschwerpunkte

Der Landesmusikrat gibt sich seit Ende der 90er Jahre Themenschwerpunkte, die für zwei Jahre in den Mittelpunkt seiner Arbeit stehen, je nach der Laufzeit angestoßener Vorhaben aber auch darüber hinaus noch weitergeführt werden. Durch eine Satzungsänderung ist es seit 2003 möglich, zu den jeweiligen Themenschwerpunkten für einen begrenzten Zeitraum Beisitzer in das Präsidium zu wählen.

Bei seiner Jahresversammlung am 10. September 2016 im Dortmunder U beschloss der Landesmusikrat "Individuelle Wege musikalischer Bildung" als Arbeitsschwerpunkt für die Jahre 2016-2018. Zu Fachbeisitzern zu diesem neuen Themenschwerpunkt gewählt wurden Prof. Dr. Susanne Keuchel, die Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW und ehemalige geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Kulturforschung, und Prof. Dr. Andreas Lehmann, Professor für Systematische Musikwissenschaft und Musikpsychologie an der Hochschule für Musik in Würzburg, der sich insbesondere mit empirisch und sozialwissenschaftlich bzw. psychologisch ausgerichteten Fragestellungen befasst. Prof. Lehmann war Vorsitzender des Beirats zur wissenschaftlichen Begleitforschung des BMBF zu „Jedem Kind ein Instrument“.

Individuelle Wege musikalischer Bildung

Der Weg zu musikalischem Wissen und Können führt über kontinuierliche Arbeit und lange Bildungsprozesse. Wechsel der Bildungssysteme und Auszeiten sind dabei wenig hilfreich. In den Kindertagesstätten spielt Musik allenfalls noch eine untergeordnete Rolle, und mehr noch haben der Rückgang des Musikunterrichts in der Schule, Stundenausfälle und fachfremd gegebener Unterricht die Bildungskontinuität reduziert.

Problemlösungen gibt es, doch sie zeigen sich – so verdienstvoll sie im Einzelfall sein mögen – als Flickenteppich. Projekte in Kindertagesstätten versuchen, Singen in den Alltag zu integrieren, entsprechende Fortbildungsangebote umwerben Erzieherinnen, und Musikpädagogen bieten sich den Kitas als Partner an. In der allgemeinbildenden Schule sorgen Projekte wie „Kultur und Schule“, „Kulturagenten“ und Initiativen im Offenen Ganztag für vereinzelte Bildungserlebnisse. Das in Kooperation mit den Musikschulen durchgeführte Programm „Jeden Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ (JeKits) bietet Kindern an teilnehmenden Schulen eine musikalische Grundbildung und erste Erfahrungen mit einem Instrument. Aber wie geht es nach den zwei Jahren weiter? Kontinuitäten können alle diese Ansätze nicht herstellen. Und die Ausdehnung der schulischen Zeiten im Alltag von Kindern und Jugendlichen marginalisiert auch das Musizieren in der Freizeit.

Einen guten Teil der aktuellen musikalischen Bildung eignen sich Kinder und Jugendliche im nicht-formalen Raum an. Youtube bestimmt den musikalischen Erlebnishorizont.

Die Delegierten der Mitgliedsverbände im Landesmusikrat sind sich darüber einig, dass kontinuierliches musikalisches Lernen effektiver ist als kurzfristige Ersatzangebote. Im Rahmen des Themenschwerpunkts bilanzieren sie die derzeitige Situation, reflektieren die Rollen der verschiedenen Akteure und suchen in den Jahren 2017 und 2018 Lösungsansätze.


Bisherige Themenschwerpunkte:


1999 - 2001
Laienmusikförderung

2001 - 2003
Musikalische Bildung

2005 – 2007
Berufsmusik (Beisitzerin: Romely Pfund)

2005 – 2007
Populäre Musik (Beisitzer: Wolfgang Rohde, Steffi Stephan) 

2007 - 2010
Kulturelle Vielfalt (Beisitzer: Andreas Heuser, Hans Lüdemann)

2010 - 2013
Musik und Alter (Beisitzer: Prof. Dr. med. Wolfgang Angerstein, Prof. Dr. phil. Rosemarie Tüpker)

Fachteil Mitgliederversammlung 2011

Fachteil Mitgliederversammlung 2012

Fachtagung von Landesmusikrat und Landesmusikakademie NRW "Musik & Alter" am 30.11.12 in Heek

Fachteil Mitgliederversammlung 2013

2013-2016
Wie gelingen Kooperationen? (Beisitzer: Prof. Christoph Meyer, Prof. Dr. Wolfgang Stark)

2016-18
Individuelle Wege musikalischer Bildung (Beisitzer: Prof. Dr. Susanne Keuchel, Prof. Dr. Andreas Lehmann)