Aktivierungsprogramm Musik

Der Landesmusikrat NRW schreibt mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Fördermittel aus, die belebende Impulse in die Musikszene geben sollen. Die Initiative richtet sich an selbständige Berufsmusikerinnen und -musiker und fördert selbst organisierte Aufführungen und Videoproduktionen sowie auch Aufträge zur Repertoirebildung an Komponistinnen und Komponisten sowie Arrangeurinnen und Arrangeure. Die Antragstellung ist ab sofort möglich.

Die Anträge werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet. Die Bearbeitungszeit kann einige Tage dauern, denn es erfolgt nicht nur eine Prüfung der Förderfähigkeit, sondern Kuratoren prüfen auch, ob die inhaltliche Erläuterung des Projekts einen Sinn ergibt. Doch es gibt keine Auswahl durch eine Jury, sondern die Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs so lange beschieden, bis kein Geld mehr da ist.

Bei Nachfragen zu dem Programm schreiben Sie bitte eine Mail an die folgende Adresse: aktivierung@lmr-nrw.de

Letzte Frist für den Eingang von Anträgen beim Landesmusikrat NRW e.V. ist Donnerstag, der 30. Juni 2022, 24 Uhr

FAQ

Welche musikalischen Genres sind gemeint?

Alle musikalischen Genres sind förderfähig. Auch dort, wo in den Texten nur von Ensembles die Rede ist, sind auch Bands, Combos etc. gemeint. Es gelten aber für alle Genres die Regelungen dazu, dass nur freiberufliche Musiker’in förderfähig sind (vgl. dort).

Geht es im Punkt “beabsichtigte Aufführung” um bereits fertig geplante Konzerte, oder dürfen ebenfalls Entwürfe von Konzerten vor dem 30.10.2022 aufgeführt werden?

Das Aktivierungsprogramm möchte Sie darin unterstützen, ein Konzert selbst zu organisieren und dabei möglichst viele frei schaffende Musiker'innen honoriert mitzunehmen. Das ist das Entscheidende. Sie können dabei ein Programm aufführen, dass Sie früher nicht realisieren konnten. Sie können aber bitte nicht, schon sowieso geplante Konzerte in die Förderung einbringen. Dann hätte das Aktivierungsprogramm seinen Sinn verfehlt.

Wenn die Termine Ihrer jetzt zu planenden Konzerte noch nicht feststehen, ist das kein Beinbruch. Tragen Sie in das Antragsformular den vorläufigen Termin ein. Sollte er sich ändern, teilen Sie das dann über einen formlosen Änderungsantrag mit. Das Konzert muss aber vor dem 31.10.2022 stattfinden.

Welche der anderen beteiligten Musiker’innen müssen welche Bedingungen erfüllen?

In Modul 1 (Selbstaufführende) müssen mindestens vier hauptberufliche Musiker’innen, in Modul 2 (Visitenkarten) mindestens drei hauptberufliche Musiker’innen beteiligt sein, die in NRW leben oder arbeiten. Im Falle von Modul 3 müssen der/die Antragsteller'in bzw. die Mitglieder der Ensembles sowie die beauftragten Komponist'inen freischaffende Musiker'innen sein und in NRW leben oder arbeiten. Bei sehr viel größeren Besetzungen können im Falle von Modul 1 und 2 einzelne Musiker’innen auch nicht-hauptberuflich und nicht aus NRW sein, doch für die Mindestzahlen gelten die Bedingungen weiterhin.

Wer ist als freiberuflicher Musiker’in förderfähig?

Musiker’innen sind berufliche Musiker’innen, wenn sie 51 % oder mehr ihres Einkommens aus musikalischen Tätigkeiten beziehen. Da wir nicht in Ihren Steuerbescheid sehen wollen, bitten wir um Angabe, ob Sie Mitglied in der Künstlersozialkasse oder in einem Berufsverband sind. Diese Angabe brauchen wir zwingend. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir keine ausführlichen Erläuterungen des persönlichen Einkommens prüfen können. Studierende zählen wir nicht als selbständige Musiker’innen, es sei denn, sie wären bereits Mitglieder eines Berufsverbands oder KSK.

Gibt es eine Ausnahmeregelung bei der Zahl der beteiligten honorierten Musiker’innen?

Wir sind bei der Durchführung des Programms an die Förderrichtlinie der Landesregierung gebunden und können nicht freihändig Ausnahmen anerkennen. Es sollen bei dem Programm Selbstaufführende mindestens vier freischaffende Musiker'innen aus NRW sein und bei dem Programm Visitenkarte mindestens drei. Wenn weitere Musiker'innen eingebunden sind, können sie auch aus anderen Bundesländern kommen, doch die überwiegende Mehrheit des Ensembles sollte auch dann noch aus NRW sein.

Bin ich antragsberechtigt, wenn ich sowohl freischaffende‘r als auch angestellte‘r Musiker’in bin?

Das Aktivierungsprogramm bezweckt eine Stärkung der freischaffenden professionellen Musiker'innen. Jede Musikerin und jeder Musiker muss die Erfordernisse von Selbstständigkeit und Professionalität erfüllen. Angestellte Teilzeittätigkeiten führen nur dann nicht zum Ausschuss von der Förderung, wenn der überwiegende Teil des Einkommens freischaffend erzielt wird. Da wir nicht die Steuerbescheide der Antragsteller'innen prüfen wollen, fragen wir nach der Mitgliedschaft in der KSK oder in einem einschlägigen Berufsverband.

Welche Berufsverbände sind gemeint?

Die Mitgliedschaft in folgenden Berufsverbänden kann als Förderberechtigungsnachweis dienen:

  • Deutsche Jazzunion 
  • Deutsche Orchestervereinigung 
  • Deutscher Tonkünstlerverband (DTKV) 
  • GEDOK 
  • mediamusic e.V., berufsverband medienmusik 
  • Deutscher Komponistenverband, auch incl. der Deutschen Filmkomponistenunion  
  • Composers Club 
  • Vereinigung Alte Musik
  • ChorDirektorenKonferenz e.V., Arbeitsgruppe NRW

Die Liste ist nicht abschließend. Eine Prüfung erfolgt im Rahmen der Antragstellung. (Nicht ausreichend für eine Antragstellung ist die Mitgliedschaft in einer Rechteverwertungsgesellschaft wie z. B. der GEMA oder der GVL, da eine solche Mitgliedschaft nicht nur professionellen Musikschaffenden offensteht.)

Wenn ich mich jetzt in einem Berufsverband für Musiker anmelde, würde der Antrag dann genehmigt werden?

Wenn Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung Mitglied des Berufsverbands sind, ist das für uns in Ordnung

Darf ich mehrere Anträge stellen?

Im Falle von Modul 1 (Selbstaufführende) können pro Ensemble/Band/etc. mehrere, maximal fünf Anträge gestellt und bewilligt werden, aber zwischen zwei Anträgen müssen mindestens 21 Tage liegen. Ein Antrag für diese Teilmaßnahme schließt eine Antragstellung für Modul 2 „Visitenkarte“ aus.

Im Falle von Modul 2 (Visitenkarte) kann pro Ensemble/Band/etc. höchstens ein Antrag bewilligt werden. Nach einer Ablehnung darf ein Folgeantrag frühestens nach vier Wochen gestellt werden. Ein Antrag für diese Teilmaßnahme schließt eine Antragstellung für „Selbstaufführende“ aus.

Im Falle von Modul 3 (Repertoire) kann pro Ensemble/Band/etc. höchstens ein Antrag bewilligt werden. Nach einem Ablehnungsbescheid darf ein Folgeantrag frühestens nach vier Wochen gestellt werden. Ein Antrag für diese Teilmaßnahme ist auch möglich, wenn ein Antrag für „Selbstaufführende“ oder „Visitenkarte“ gestellt und bewilligt worden ist.

Dürfen Videos außerhalb von NRW gedreht oder Konzerte außerhalb von NRW organisiert werden?

Ergänzende Konzerte oder Produktionen können auch außerhalb Nordrhein-Westfalens stattfinden, doch die geförderten Maßnahmen selbst müssen in NRW durchgeführt werden.

Die Förderung einer „Visitenkarte“ soll bis 30.10.2022 abgeschlossen sein. Die Postproduktion (Schneiden des Materials) könnte sich aber verzögern. Muss der Fördernehmer dann die Förderung zurückzahlen?

Bitte planen Sie so, dass Sie spätestens am 30.10. das Projekt mit allen finanziellen Ausgaben und Einnahmen samt Belegen (auch der Zahlungsflüsse) komplett abrechnen können. Wenn das Video dann etwas später aus der Produktion entlassen werden sollte, ist das nicht förderschädlich.

Wenn ich im Rahmen von Modul 3 (Repertoire) einen Antrag auf Förderung stelle, kann ich mir selbst einen Auftrag erteilen?

Die Förderbedingungen lassen die Antragstellung durch freischaffende Komponist'innen und Arrangeur'innen zu. Das schließt die Möglichkeit einer Selbstbeauftragung ein. Die Angemessenheit des Honorars wird von Kurator'innen des Förderprogramms geprüft.

Was ist der bei Modul 3 geplante "Entwurf des Auftrags", der mit dem Antrag eingereicht werden soll?

Der Kompositions- oder Arrangement-Auftrag erhält Eckpunkte der zu erbringenden Leistung, wie etwa den Abgabetermin, die Form der Abgabe (Partitur bzw. Stimmenmaterial), die Besetzung, eventuell Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Der Entwurf kann mit in das Feld des Antragsformulars oder als Anhang eingereicht werden.

Ist die „Beantragte Förderung“ so hoch wie die Summe der „Kosten der geplanten Maßnahme“ (Antragsformular, S. 4)?

Nein, bitte ziehen Sie die „Einnahmen der geplanten Maßnahme“ und den „Eigenanteil“ von der Summe der Kosten ab. Hieraus ergibt sich die „beantragte Förderung“. Wenn Sie den Eigenanteil durch ehrenamtliche Leistungen (15 Euro pro Stunde) erbringen, setzen Sie diese Position sowohl als Ausgabe wie auch als Eigenanteil ein.

Können die Gesamtkosten höher sein als die Förderhöchstgrenze? Wie rechnet das Förderprogramm?

Ja, die Gesamtkosten können höher sein als die Förderhöchstgrenze. Von den Gesamtkosten werden die Einnahmen (Eintritt und/oder Drittmittel) abgezogen. Das ergibt die förderfähigen Kosten. Von den förderfähigen Kosten wird der Eigenanteil in Prozent ausgerechnet und das Ergebnis sollte mindestens 10 Prozent betragen. Die förderfähigen Kosten minus Eigenanteil ergeben den "beantragter Betrag". Die Förderhöchstgrenze bezieht sich auf den Förderbetrag.

Was bedeutet der „Ausschluss von anderen Landesförderungen“, die sogenannte Doppelfinanzierung?

Doppelförderungen (aus Landesmitteln) sind ausgeschlossen. Das heißt, ein Vorhaben, das bereits aus einer anderen Landesförderung unterstützt wird, kann nicht gefördert werden. Im Modul 3 gibt zudem bezüglich der Kompositions- und Arrangement-Aufträge eine Einschränkung: Die Kompositionen und Arrangements, die in Auftrag gegeben werden, dürfen nicht Gegenstand eines Stipendiums gewesen sein. Ansonsten ist eine Verbindung mit anderen öffentlichen Förderungen von Kommunen oder Bundeseinrichtungen möglich. Und ein Projekt darf unter Betrachtung aller zufließenden Finanzierungen nicht zu mehr als 100 Prozent finanziert sein. In jedem Fall sind alle Finanzierungspositionen, die in das Projekt fließen, und alle anderen Förderungen im Ausgaben- und Finanzplan anzugeben.

Sind bei Modul 3 auch gUGs und gGmbHs förderfähig?

Ja

Soll der Antrag per E-Mail oder Briefpost eingereicht werden?

Bitte reichen Sie den Antrag elektronisch an aktivierung@lmr-nrw.de ein. Die Unterschrift könnten Sie als Scan oder Foto einsetzen.