Folk+WorldMusic NRW 2008

- Vereinten Folk und Weltmusik mit dem Singer-Songwriter-Konzept: "The Missing Literacy" aus Eitorf
Der Wettbewerb Folk+WorldMusic NRW sucht junge Bands und Ensembles aller Kulturen in NRW, die traditionelles heimisches Liedgut, Folk, Ethno, Weltmusik und Musik mit multikulturellen Wurzeln und neuartigen Ansätzen präsentieren. Gesucht werden dabei sowohl freie Musikgruppen als auch Ensembles von Schulen, Musikschulen, religiösen Vereinigungen oder ähnlichem.
In Meinerzhagen trafen am 22. November 2008 29 Ensembles und Bands zum Landeswettbewerb „Folk&Worldmusic NRW“ zusammen. Der Wettbewerb von Landesmusikrat und Landesverband der Musikschulen fand im Evangelischen Gymnasium statt, wobei die Durchführung vor Ort die Musikschule Volmetal übernahm. Die meisten dieser Ensembles sind an städtischen Musikschulen entstanden. Viele kommen aus Städten, die seit dreißig Jahren als Folk-Hochburgen in NRW gelten, vor allem aus Leverkusen und Ibbenbüren, aber auch aus der gastgebende Region, für die die Musikschule Volmetal steht.
Die Repertoires dieser Gruppen orientieren sich an den Repertoires von Henner Diederich und dessen geistigem Vater Ernesto Rossi, aber auch an denen von Clemens Lügger und Tom Kannmacher. Es ist erstaunlich, wie versiert sich auch ganz junge Musikerinnern und Musiker in dieser Tradition zeigen. Und so gingen etliche Preise an Ensembles, die unter der Ägide des Ibbenbürener Stellvertretenden Musikschulleiters Clemens Lügger und des Leverkusener Musikschulleiters Jürgen Ohrem arbeiten. Auch, dass die jüngste preisgekrönte Gruppe, die „Young Folks“ aus der Musikschule Bonn durch Tom Kannmacher angeleitet wird, ist wohl der pädagogischen Reife von dessen Arbeit zuzuschreiben.
Andere Gruppen versuchen, den Folk aus dem Geist der 1970er zu lösen. „Pog Mo Thóin“ aus Wetter etwa hat mit elektrifizierter Fiedel, E-Violoncello, Rockschlagzeug und Gesang einen aggressiven Rock zwischen Folk, Metal und Funk entwickelt. „Nu-Folk“ nennen die fünf Musiker, von denen in Meinerzhagen vier antragen, diese absolut gegenwärtige Musik. „The Missing Literacy“ hingegen vereint Folk und weltmusikalische Einflüsse mit dem Singer-Songwriter-Konzept der Gegenwart.
Von außerhalb des westeuropäischen Folks kommt das Bağlama Quintett der Musikschule Monheim. Koray Sari, Safak Sari, Özgür Cakar, Serdest Zeydo und Aylìn Koca brachten den Hörern in der Aula des Gymnasium mit drei siebensaitigen Bağlamas, Gitarre, Perkussion und Gesang drei Stücke aus Anatolien nahe, die in der türkischen und auch in der kurdischen Kultur wurzeln, doch gleichermaßen für eine nunmehr nordrhein-westfälische andere Musikkultur stehen. WDR Funkhaus Europa entsandte einen Ü-Wagen nach Meinerzhagen und schnitt das Abschlusskonzert mit.
Weitere Informationen zum Wettbewerb:
Landesverband der Musikschulen in NRW e.V.
Breidenplatz 10, 40627 Düsseldorf
Telefon: 0211/251009, Fax: 0211/251008
E-Mail: kontakt(at)lvdm-nrw.de
Homepage des Wettbewerbs: www.folkworldmusic.de
