…von dem Bandwettbewerb, der auszog, keiner zu sein: rockit.tv NRW

Der „Traditionswettbewerb“ für junge Rockbands in NRW, „Rockit“ nämlich, wurde in diesem Jahr mit neuen Kooperationspartnern und mit neuem Format neu aufgelegt. So beginnt der Text auf der Website des ausrichtenden münsterbandnetz mit den Worten „…von dem Bandwettbewerb, der auszog, keiner zu sein“, und so präsentierte sich dann auch das erste Live-Event im neuen Kleid unter dem neuen Namen „rockit.tv NRW“ angenehm unprätentiös und sehr publikumszugewandt.

Geladen hatten die Verantwortlichen in den eigenen Club, das „Gleis 22“ in Münster, und aus den ca. 70 Bewerbern hatte man vier Bands ausgewählt: „Good Morning Fire Eater“ aus Münster und mit großer Fanbase im Saal, „Ten Skies high“ aus Oberhausen, „Jenne“ aus Siegen und am Schluss „Ketar“, ebenfalls aus dem Umfeld von Münster.

Der Abend begann mit der Begrüßung durch einen der Ausrichter, der das neue Format erklärte: Ausgehend von der Tatsache, dass jungen Bands in erster Linie professionelle Auftrittsbedingungen fehlen, erhalten die ausgesuchten Bands hier die Möglichkeit, mit hervorragender Technik in Ton und Licht einen halbstündigen Auftritt zu absolvieren, von dem ein hochwertiges Video erstellt wird, das später weiter genutzt werden kann. Dazu gibt es eine Gage sowie für eine Band des Abends den „rockit.tv NRW Award“. Ansporn also genug, und so legte sich die erste Band, „Good Morning Fire Eater“ mit schweren Gitarrenriffs, druckvollen Beats und eindrucksvollem Shouting des auch das Keyboard bedienenden Frontmanns auch gleich mächtig ins Zeug, angefeuert von den skandierenden Fans in den ersten Reihen des Zuschauerraums.

Nach dreißig Minuten war „Wechsel“ und „Ten Skies High“ begann seinen Auftritt: Auch hier vier junge Männer, auch hier eher heavy der Sound, diesmal mit mehr melodischen Anteilen im Sologesang. Das Publikum wurde zum Mitsingen animiert und ließ sich das auch gern gefallen, eine gelungene Performance. Es folgte „Jenne“ aus Siegen, die das Publikum mit gekonnt Siegener „rrrrrr“ begrüßten und gleich in die Vollen ging: Kurze knappe Songs zwischen Hip Hop und Rap, mit abruptem Beginn und noch plötzlicherem Ende, das Ganze gnadenlos vorangetrieben vom präzise agierenden Drummer, hinten kaum sichtbar im Nebel der kleinen, aber effektvoll in Szene gesetzten Bühne.

Vor der letzten Band des Abends, „Ketar“ aus Münster, gab es eine quälend lange Umbaupause. Das lag daran, dass hier eine Gruppe sich zum Auftritt rüstete, die ganz anders war als die auf klassischem Gitarrenrock-Instrumentarium basierenden Vorgänger: Zum Drumset gesellten sich zwei akustische Gitarren, ein Keyboard, ein gezupfter Kontrabass und der zweistimmige Gesang der beiden Gitarristen, Zwillinge zudem. Wer hierbei gleich an Cat Stevens oder, besser noch, Simon & Garfunkel denkt, der liegt nicht ganz falsch, denn auch die Musik von Ketar lehnte sich an Vorbilder der Siebziger an: Terzen- und Sextenseligkeit der blitzsauberen Singstimmen.

Alles in allem ein vergnüglicher Abend mit vier Bands unterschiedlicher Ausrichtung, die alle vier ihren eigenen Stil entwickelt hatten. Vielleicht sogar etwas zu sehr, differierten die einzelnen Songs innerhalb der dreißigminütigen Sets doch eigentlich nur wenig.

Ach ja: Am Ende gab es einen Sieger: „Good Morning Fire Eater“ ist der erste Träger des neuen „rockit.tv NRW Awards“.

Am kommenden Donnerstag (12. 12. 2013) geht es weiter mit „Cattelan“, „Hi! Spencer“, „Niemandsfeld“ und „Unfassboy“ im Düsseldorfer SPECTACULUM um 20 Uhr.

mb

Foto: "Good Morning Fire Eater", die Sieger des Wettbewerbs "rockit.tv NRW" am 08.12.13 in Münster und damit erste Träger des neuen „rockit.tv NRW Awards“. Foto: LMR NRW

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