Jugend musiziert Preisträgerkonzert in der Tonhalle Düsseldorf

Xin Jin wächst in Detmold auf, doch ihren ersten Gitarrenunterricht erhielt sie nicht von einem Detmolder Lehrer, sondern von ihrem Onkel in China via Laptop und Skype. Mittlerweile ist sie 16 Jahre alt und lernt nicht mehr am Monitor, sondern bei Hubert Käppel an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Und sie stellte sich am 6. Mai als Preisträgerin des Landeswettbewerbs Jugend musiziert NRW in der Düsseldorfer Tonhalle vor.

Xin Jins Interpretation von Paganinis Caprice Nr. 24 für Violine auf der Gitarre begeisterte, nicht minder galt dies für die Darbietungen von elf weiteren Solistinnen, Solisten und Ensembles. Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, würdigte die musikalischen Leistungen mit herzlichen Worten, dankte aber auch für den Einsatz der Eltern und Förderer von Jugend-musiziert-Teilnehmern.

Die Violinistin Gina Keiko Friesicke aus Detmold und die Pianistin Lara-Sophie Kluwe erhielten von Prorektor Tilman Claus Stipendien für Kurse an der Europäischen Akademie für Musik und darstellende Kunst Montepulciano. Die Stipendien werden von der Hochschule für Musik und Tanz Köln und vom Förderverein Jugend musiziert NRW finanziert. Die beiden Interpretinnen dankten mit Griegs Violinsonate c-Moll op. 45.

Thomas Pennartz, Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, zeichnete zwei Solistinnen und ein Sextett mit gut dotierten Förderpreisen der rheinischen Sparkassen aus: Die Flötistien Klara Herkenhöhner aus St. Augustin, die von Maki Hayashida am Klavier bei einem Kopfsatz eines Flötenkonzerts von Quantz begleitet wurde, erhielt ebenso einen Förderpreis wie die Klarinettistin Luisa Gehlen aus Bornheim, die das Solo-Werk „Konstrukt I“ von Christoph Schneider, Klarinettist der Deutschen Oper am Rhein Duisburg, interpretierte. Die Herzen aller im Saal eroberten die sechs Geschwister der Familie Bergé aus Krefeld, die zusammen das Andante ma moderato aus Brahms’ Sextett B-Dur op. 18 erklingen ließen.

Im Foyer der Tonhalle empfing ein Quartett aus dem Jugendjazzorchester NRW die Gäste: Ruven Weithöner, Trompete, Andreas Theobald, Klavier, Daniel Oetz Salcines, Bass, und Lukas Büning, Schlagzeug, führten mit Jazzstandards in die Atmosphäre des Konzerts ein.

Der Wettbewerb präsentierte auch seine Kategorie Instrumente der Alten Musik, die erstmals pilothaft im Bundesgebiet durchgeführt wurde. Eindrucksvoll bewiesen Alma-Elisabeth Stoye und Marie-Alice Stoye an zwei Gamben mit Thorben Klaes mit einer Suite a-Moll von Marin Marais, was für ein berührendes Repertoire sich damit neu für den Wettbewerb erschließt. Beide Gambistinnen kommen nicht aus NRW, sondern aus Dresden: Der Landeswettbewerb hatte zur Pilotkategorie ins ganze Bundesgebiet eingeladen.

Gefördert wird Jugend musiziert NRW vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und von den nordrhein-westfälischen Sparkassen – das Preisträgerkonzert in der Tonhalle wird ganz vom Rheinischen Sparkassen- und Giroverband finanziert. Organisiert wurde es seitens des Landesmusikrats NRW von Michael Bender, seitens des Sparkassen- und Giroverbands von Dorothee Coßmann.

rvz

Foto: Alma-Elisabeth Stoye und Marie-Alice Stoye an zwei Gamben mit Thorben Klaes am Cembalo am 6. Mai 2018 in der Tonhalle Düsseldorf; Klara Herkenhöhner, begleitet von Maki Hayashida; Luisa Gehlen; Victoria Wachenfeld und Kerstin Ruochun Tang; Foto: LMR NRW

 

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