Gesang als Brücke

Sein 15. Jahreskonzert beging der Koreanische Frauenchor Köln am 8. Dezember im Festsaal der Sozial-Betriebe der Stadt Köln. Hunderte von Besuchern waren im Festsaal in Köln-Riehl zusammengekommen. Viele von ihnen sind in der Zeit um 1967 herum nach NRW gekommen, als in der Zeit des Pflegenotstands zweihundert koreanische Krankenschwestern nach Deutschland geworben wurden. Dreißig von ihnen gelangten damals in die Riehler Heimstätten, und aus ihnen formte sich der Kern des Koreanischen Frauenchors Köln. Über viele Jahre leitete Yeang-Ja Linke den Chor, nun erlebte man den Bassisten Yongchul Lim als Dirigenten, der auch mit einer Arie aus Mozarts "Entführung aus dem Serail" und als Quartettsänger hervortrat.

Der Chor vereint in seinem Programm koreanische und europäische Traditionen und trug Kompositionen von Hee-Gab Kim, Kyu-Hwan und Hui-Cho Kim vor, aber auch von Schubert Fauré, Dvorak und Gounod. Drei Hochschulstudentinnen sorgten für ein instrumentales Zwischenspiel: Die Violinistin Ji-Won, die Cellistin Jih-Hee Kim und die Pianistin Go-Woon Seo trugen zwei Sätze aus Dvoraks Dumky-Trio in einer mitreißenden Interpretation vor. Das Solistenquartett Neungmi Lee, Nam-Young Kim, Sung-Jin Kim und Yongchul Lim stellte eine koreanische Hymne ("Wie der Frühling über den Fluss kommt") dem geistlichen Satz "Be thou my vision" von Bob Chilcott in einer Fassung für Quartett mit Klavierbegleitung gegenüber, der wohl eindrucksvollsten Interpretation des gelungenen Abends. Grazile Tanzeinlagen bot die Koreanische Jugendtanzgruppe unter Leitung von Ji-Hye Chung.

Das 15. Jahreskonzert wurde vom Ministerpräsidenten des Landes NRW über den Landesmusikrat unterstützt.

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