Franz Müller-Heuser gestorben

Prof. Dr. Franz Müller-Heuser ist am Morgen des 30. Dezember in Köln verstorben.

Bis in sein letztes Lebensjahr setzte er sich für Einrichtungen des deutschen Musiklebens ein. Noch wenige Wochen vor seinem Tode stritt er in Gremien für Künstler und Ensembles, brach bei einem Symposion des Kulturrats NRW und des Westdeutschen Rundfunks eine Lanze für die Klangkörper des WDR und nahm die Wahl zum Ehrenpräsidenten des Deutschen Musikrats mit humorvollem Elan an.

Wer sah, wie ungezwungen und energiegeladen der 78-Jährige mit seinem Fahrrad vor Kölner Kulturhäusern vorfuhr, um seine Erfahrungen in Planungsgespräche einzubringen, erhielt einen Eindruck davon, auf welche Weise Franz Müller-Heuser das Musikhochschulwesen in Deutschland und die Arbeit der Musikverbände tief geprägt und dabei eine große Zahl von Einrichtungen des Musiklebens gegründet oder wesentlich mit aufgebaut hat: Formalia waren für ihn notwendiges Regelwerk für den Aufbau, gleichzeitig aber immer den inhaltlichen Prioritäten nachgeordnet. Ergebnisorientiert und auf zutiefst humanes Agieren bedacht, konnte er auch nach der deutschen Wiedervereinigung wichtige Übergänge von Einrichtungen gestalten.

Am 8. März 1932 in Wesel geboren, wandte sich Müller-Heuser zur Ausbildung zum Opern- und Konzertsänger nach Essen und studierte an der Folkwang Hochschule. An der Universität zu Köln studierte er Musikwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie und dort wurde er über die „Ästhetik des gregorianischen Gesangs“ promoviert.

Er gab Liederabende und sang in Oratorienkonzerten, tourte über die deutschen Bühnen, doch seine eigentliche Berufung wurde klar, als er 1963 zum Professor für Gesang an die Kölner Musikhochschule berufen wurde. Er setzte sich für das Gedeihen der Hochschule ein und wurde 1976 zu ihrem Direktor ernannt. Ab 1989 lenkte er sie gemäß dem damals neuen Kunsthochschulgesetz als Rektor und ging als solcher 1997 in Pension – um dann Gründungspräsident der neu errichteten Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg zu werden.

Bereits Ende der 1970er Jahre setzte er sich für die Organisierung des Musiklebens ein und führte mit anderen die bestehenden Verbände und Vereine zum Dachverband Landesmusikrat NRW zusammen, dessen Gründungspräsident er 1978 wurde. Von 1988 bis 2003 war er Präsident des Deutschen Musikrates, zu dessen Ehrenpräsidenten er 2010 gewählt wurde.

Dem Landesmusikrat NRW blieb er nach dem Ende seiner Präsidentschaft 1989 als Mitglied des Präsidiums und Ehrenpräsident bis zu seinem Tode verbunden. An der Seite von Präsident Prof. Dr. Werner Lohmann vertrat er die Interessen des Musiklebens in Gesprächen mit Vertretern von Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Medien.

Gerade auch den Medien galt sein Interesse. So war er langjähriger Delegierter des Landesmusikrats im WDR-Rundfunkrat und leitete 2007 die Gründungsversammlung des Kulturpartner NRW e.V., in dem sich Kulturpartner von WDR3 zu einem Bund zusammenschlossen. Und regelmäßig vertrat er die Interessen der Musikverbände im Vorstand des Kulturrats NRW. Zu den vielen Auszeichnungen, die versuchten, seinem Engagement gerecht zu werden, zählen das Bundesverdienstkreuz und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Verbände im Landesmusikrat NRW, sein Präsidium und seine Geschäftsstelle werden das Andenken Franz Müller-Heusers bewahren.

rvz

 

Die Messe findet am Freitag, den 7. Januar, um 11.30 Uhr in St. Michael (Brüsseler Platz 1) statt, anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Melatenfriedhof (Aachener Straße).

Danach wird es um 15 Uhr eine Trauerfeier in der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Unter Krahnenbäumen 87) geben.

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