Die Junge Bläserphilharmonie NRW stellte drei neue Kompositionen vor

Die Junge Bläserphilharmonie und ihr Leiter Timor Chadik stellen in der Reihe ihrer Neujahrskonzerte gleich drei neue Kompositionen vor, so am vergangenen Sonntag (6.1.19) in der Stadthalle Troisdorf. Thiemo Kraas, Betin Günes und Tobias Schütte haben ihre Kompositionen dem sinfonischen Blasorchester im Auftrag des Landesmusikrats NRW auf den Leib geschrieben und Timor Chadik stellte sie in einer direkten Dramaturgie einander gegenüber.

Kraas' "Second Sinfonietta" trägt den Beinamen "Daily Divertimento" und meint damit eine alltägliche Freude daran, etwas Neues zu entdecken. Dieses Neue ist in der Tat in der Sinfonietta in allen Partien enthalten, kleine Überraschungen in den harmonischen Fortschreitungen, unvermutete Rückungen und auch Metamorphosen der Themen. Die Junge Bläserphilharmonie erwies sich als sehr detailfreudig in der Interpretation, so dass die Besucher in der erst wenige Jahre alten Stadthalle alle kompositorischen Ideen bestens verfolgen konnten.

Betin Günes betitelt sein neues Werk "Achala", zu Deutsch "Der Unerschütterliche". Das Werk besteht aus langen Teilen, die in ihrer Tonsprache oft meditativ wirken. Die Schlagzeuger setzen dazwischen rhythmische Akzente, doch die Gesamtwirkung ist die eines ruhigen Stroms. Tobias Schütte verbindet in seinen "Thoughts of Yaron" die traditionelle Sprache des Philharmonischen Blasorchesters mit dem Klezmer. Yaron ist ein fiktiver jüdischer Musiker im Mittelpunkt des Werks, ausgedeutet durch den brillanten Solisten an Klarinette und Bassklarinette Robert Beck. Timor Chadik, Tobias Schütte und Robert Beck führten auf der Bühne ein Gespräch, das in die Wechselwelt von Klezmer und Blasmusik einführte. Chadik überließ danach souverän dem Komponisten das Dirigat.

Als Hauptwerk der zweiten Programmhälfte erklang James Barnes‘ Dritte Sinfonie. Nicht zum ersten Mal liegt sie auf den Pulten der Jungen Bläsersymphonie, doch diese Generation der jungen Musikerinnen und Musiker kannte sie noch nicht. Auch sie eigneten sich das tragische Werk mit großer Intensität an, und die frappante Ausdrucksstärke zog die Besucher in den Bann. Als Zugabe gab es dieses Mal ein wenig Dixieland.

Anna Schlippe vom Verein zur Förderung von Landesjugendensembles NRW organisierte die Arbeitsphase und die Konzerte der Jungen Bläserphilharmonie. Das nächste Konzert gibt das Orchester am 12. Januar, 19:30 h, in der Stadthalle Gütersloh. Förderer ist das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

rvz

 

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