63 frischgebackene Dirigentinnen und Dirigenten

Erstmalig hat die Landesmusikakademie NRW drei Dirigier-Lehrgänge für die Leitung von Blasorchestern, Akkordeonorchestern und Chören parallel durchgeführt. Die siebenphasige Ausbildung der Stufe C3 umfasst Unterricht in Dirigieren, Musiktheorie, Gehörbildung, Musikgeschichte und jeweils auch ein Zweitinstrument bzw. Gesangsunterricht. Unter der Gesamtleitung von Martin te Laak, der zugleich auch Chorleitung unterrichtete, haben sich weit über 60 Teilnehmende gemeinsam im letzten Herbst auf den Weg gemacht, um sowohl spezifisch für ihre Ensembleform als auch mit Blick über den Tellerrand ins Dirigieren einzusteigen. Dozenten für Dirigieren waren außer Martin te Laak für die Chorleitung Hans-Günther Kölz (Akkordeon), Bernd Mertens (Blasorchester) und Sebastian Schmitz (ebenfalls Blasorchester). Musiktheorie wurde von Prof. Michael Schmoll und Jens Niemann unterrichtet, Musikgeschichte von Dr. Kai Marius Schabram, Gesang von Helen van Almsick und Matthias Schlachter und Schlagwerk von Jörg Lesch. 

Die Abschlussprüfungen fanden in der sechsten und siebten Phase statt, zuerst die theoretischen Fächer, in der siebten Phase stand Dirigieren auf dem Prüfungsplan. Drei Jurys prüften parallel 12 Teilnehmende für die Leitung von Akkordeonorchestern, 18 für die Chorleitung und 33 für das Dirigat von Blasorchestern. Jeder musste ein vorbereitetes Pflichtwerk und eine Einstudierung mit einem für das jeweilige Ensemble neuen Werk umsetzen, sämtliche Prüflinge bestanden diese letzte Hürde des Lehrgangs und empfingen ihre Zeugnisse und Zertifikate.

Im Verlauf des Lehrgangs wurden grundlegende Fragen des Dirigierens gemeinsam erarbeitet und auch gemischte Ensembles mit Bläserinnen, Akkordeonisten und Sängerinnen zusammen gestellt sowie grundsätzliche Unterschiede der Leitung der unterschiedlichen Ensembles thematisiert. Die feierliche Zertifikatsverleihung, in der jedes Ensemble von Teilnehmenden dirigiert auftrat und als Höhepunkt sämtliche Ensembles gemeinsam musizierten, machte deutlich, dass das Experiment geglückt war.

Die Idee zu diesem Lehrgangsexperiment wurde vom Bildungsreferent der Landesmusikakademie, Bernhard van Almsick, entwickelt. Er hat bis zu seiner Übernahme der Geschäftsführung des Hohner-Konservatoriums in Trossingen auch die Verantwortung für die Gesamtorganisation des Lehrgangs getragen, der nun ohne ihn zu Ende gehen musste. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden und Dozenten lassen erkennen, dass diese vernetzte Form der Durchführung von Qualifizierenden Lehrgängen Zukunft hat.

In den Prüfungen wirkten auch Vertreter der entsprechenden Laienmusikverbände mit. Für den Chorverband Prof. Fritz ter Wey, für den Harmonika Verband NRW Matthias Hennecke und für den Volksmusikerbund Tobias Oschatz. Zudem waren der BMU NRW (Bundesverband Musikunterricht, Landesverband NRW) mit Linda Lühn und der Landesverband der Musikschulen in NRW mit Andrea Nolte und Ruddi Sodemann vertreten. Vorsitzende der Prüfungskommissionen waren Helen van Almsick für die Chorleitung, Dr. Kai Marius Schabram für die Akkordeonorchester-Leitung und Antje Valentin für die Blasorchester-Leitung.

Grundlage für diese Lehrgänge stellt die 1994 zwischen allen Verbänden der Laienmusik in NRW verabschiedete Lehrgangs- und Prüfungsordnung dar, die den Konsens über die Lehrgänge der Ausbildungsstufen C1/C2, C3 und B ausdrückt. Die Landesmusikakademie NRW wurde mit der Durchführung dieser Qualifizierenden Lehrgänge für ganz NRW beauftragt. Sie wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördert.

Antje Valentin

Fotos: Absolventen der C3-Lehrgänge Akkordeon; Fotos: LMA NRW

 

 

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