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Interkulturelles Ensemblespiel in Heek

30.11.17

Im Rahmen eines Wochenendkurses der Zusammenführung von Instrumentalisten der Blockflöte, des Saxophons, der Gitarre, der Bağlama, der Oud mit Percussionisten der Darbuka, der Cajón und der Daf hat das Dozententeam um Maren Lueg und Chas Whitaker vom 24. bis 26. November in die Welt der Rhythmen und Melodien des Mittleren Ostens eingeführt.

Zu Beginn des vom Kulturministerium NRW geförderten Kurses stellten sich die Dozenten mit einer musikalischen Kostprobe der zu erarbeitenden Werke des Wochenendes den Teilnehmenden vor. Maren Lueg selbst studierte „Near and Middle Eastern Music“ an der School of African and Oriental Studies University in London und spielt neben Saxophon und Querflöte auch Nay, Kaval und Zurna. In Großbritannien lernte sie ihren langjährigen Spielpartner, den Multi-Percussionisten Chas Whitaker kennen. Gemeinsam mit den syrischen Musikern Adnan Abdullah auf der Saz, George Alfazaa auf der Oud mit Gesang und Shadi Al Housh an der Darbuka führte das Ensemble in die Klangwelten der Musikkultur des Mittleren Ostens ein und stellte die Instrumente des Orients vor.

Anschließend ging es am Abend der ersten Kurstages in Stimmgruppenproben für Melodieinstrumente an die Einstudierung erster Makamlar. Erlernt wurden die Skalenfolgen „Higaz“, „Nahawand“ und „Kurd“, zunächst ohne mikrotonale Intervallschritte. Die Perkussionisten widmeten sich typischen Grundrhythmen und traditionellen arabischen Spieltechniken. An den Folgetagen erarbeitete man weitere Makamlar und die Anwendung dieser Skalen als Melodiefolgen in der Improvisation mit Ostinato-Begleitung durch das Ensemble. Erst in den Stimmgruppen, dann im Gesamtensemble studierte das Dozententem mit den über 20 teilnehmenden Musikern der Breitenkultur NRWs Werke wie „Alf Lailah Wa Lailah“ von Abdel Whabab aus Ägypten oder das arabische Lied „Lama Bada Yatathanna“ ein. Nach und nach wagten sich einige Teilnehmende an das Ausprobieren mikrotonaler Skalen. „Sogar die unterschiedlichen Blockflöten haben sich mutig an das orientalische Spiel mit Kommatönen heran gewagt und ganz viel ausprobiert!“, berichtet die Kursleiterin Maren Lueg.

Am Sonntag gab es noch eine Abschlusspräsentation mit den erlernten Werken in der Landesmusikakademie Heek. Eine bereichernde Begegnung im Kontext interkulturellen musikalischen Zusammenwirkens, die seitens der Projektträger Landesmusikrat und Landesmusikakademie NRW weiter verfolgt werden wird.

(Anne Tüshaus)

Fotos: Dozententeam und Teilnehmende des Kurses „Rhythmen und Melodien des Mittleren
Ostens“, 24.-26.11.2017 im Langen Haus der Landesmusikakademie NRW. Fotos: LMR NRW

Weitere Informationen zu den Angeboten des Brückenklang-Projektes unter: www.brueckenklang.de