. .

WDR3-Kulturpartnerfest

04.09.06

Am Samstag wurde in Köln erstmals das WDR3-Kulturpartnerfest ausgerichtet, das gemeinsam mit den Kulturpartnern von WDR3 in sechs verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens sein Debüt feierte. 12 Stunden lang zeigten Kulturinstitutionen und Ensembles aus ganz NRW, was sie und was vor allem der Nachwuchs für die kulturelle Zukunft zu bieten haben. Mitschnitte aus allen Städten wurden per Fernsehen und Radio übertragen.

Die Eröffnung des Festivals fand um 12.00 Uhr durch SPLASH, das Perkussionsensemble von Landesmusikrat und musikFabrik, statt. Mit Pauken, Conga, Bongos, TomToms, Becken und noch vielen anderen Perkussionsinstrumenten trommelten die Spieler auf dem Wallraf-Platz eine Zuschauermenge zusammen, die sie mit Rhythmen von John Cage, Christopher Rouse und anderen Komponisten unserer Zeit begeisterten.

Aber auch im Funkhaus des WDR wurde Programm gemacht. Das LandesJugendEnsemble für Neue Musik spielte im Kleinen Sendesaal zeitgenössische Klänge unter der Leitung von David Smeyers. Highlight dieses 45 Minuten langen Konzerts war das Stück "Object of Terror" des Isländers Atli Ingólfsson. Die innovativen Spieltechniken und klanglichen Strukturen wurden von der außergewöhnlichen Besetzung des Orchesters besonders gut unterstrichen, denn in diesem Ensemble sind alle Instrumente solistisch besetzt.

Eine ebenfalls ungewöhnliche Besetzung zeigte das Schulorchester des Clara-Fey-Gymnasiums aus Schleiden. Eine Violine und ein Cello spielten als einzige Streicher in dem ansonsten sinfonisch aufgebauten Blasorchester. Neben klassischen Orchesterwerken gaben sie auch moderne Stücke zum Besten. Besonderen Eindruck machte die schwermütige Instrumentalversion des Musical-Hits "Das Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber, die sogar noch bis zum Dom zu hören war.

Den Künstlern standen Räume im Funkhaus des WDR zur Verfügung, in denen sie proben und sich ausruhen konnten. Ein Catering-Service sorgte für ausreichende Stärkung der Musiker rund um die Uhr. Nur die 54 Mitglieder des LandesJugendChors NRW irrten anfangs hungernd durch die Gänge, da ihre etwas abgelegene Unterbringung für Probleme bei der Verpflegung sorgte. Nichtsdestotrotz standen sie pünktlich zu ihrem Auftritt gesättigt und gestärkt auf der Bühne des Kleinen Sendesaals.

Die Chormitglieder, die aus ganz Nordrhein-Westfalen kommen, treffen sich sechs bis sieben Mal im Jahr zu Proben und Konzerten. Bis heute sangen sie nicht nur in Deutschland, sondern ihre Auftritte führten sie durch mehrere europäische Länder und auch nach China. Ebenso international wie ihre Auftrittsorte ist auch ihr Repertoire: Von Johannes Brahms über Knut Nystedt und Gioacchino Rossini bis zu Georgij Swiridow war sowohl die geistliche als auch die weltliche Chormusik vertreten.

Aber es gab nicht nur musikalische Events. Im Foyer des Funkhauses führten Mitglieder zweier Geschichts- und Archäologievereine Handwerk aus zwei verschiedenen historischen Epochen vor: der Steinzeit und der römischen Antike.

Am Nachmittag überzeugte das Cologne Contemporary Jazz Orchestra mit Jazz-Klängen. Das CCJO steht in der Tradition der legendären Big Bands der Dom-Stadt und ist aus der Kölner Musikkultur nicht wegzudenken.

Das Festival sprach ein breites Spektrum Kulturinteressierter an. Niemand wurde vergessen. Die Gruppe "Klassik für Kids" hatte sogar die berühmten Komponisten Mozart, Beethoven und Haydn mitgebracht, die den Kindern vor der Bühne ihre Zeit näher bringen konnten. Abgesehen davon beeindruckten sie mit dem fließenden und fehlerfreien Vortrag der Nationalhymne.

Kristin Kuck