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Parlamentarischer Nachmittag der Landesmusikakademie NRW

07.05.14

Eigentlich müsse man zu diesem 25. Geburtstag ein Ständchen bringen, bekannte Landtagspräsidentin Carina Gödecke am 6. Mai bei der Eröffnung des Parlamentarischen Nachmittag der Landesmusikakademie NRW in der Bürgerhalle des Düsseldorfer Landtags. Sie sei aber froh, dass die musikalische Eröffnung ein Blechbläserquintett aus Preisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ übernommen habe, denn ihr liege das Wort mehr – und begrüßte neben dem Landtagsvizepräsidenten Oliver Keymes und der ehemaligen Ministerin Christa Thoben zahlreiche Landtagsbgeordnete und die Repräsentanten des Chorverbands NRW und des Volksmusikerbunds NRW sowie weiterer Musikverbände und Organisationen. Gödecke skizzierte die Geschichte der Akademie und nannte diese ein „Kind der nordrhein-westfälischen Kulturpolitik“. Insbesondere der Kulturausschuss des Landtags stehe durch einige seiner Mitglieder mit der Akademie in engem Kontakt.

Sie selbst habe in ihrer Zeit als Landtagsvizepräsidentin einmal die Akademie in Heek besucht, die in der nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Heek und Nienburg leer stehenden Burg Nienburg angesiedelt und später um ein modernes Musikzentrum mit Konzertsaal und Bibliothek sowie Gästehäuser erweitert worden sei, die mittlerweile 144 Übernachtungsplätze böten. Sie dankte der Akademie für ihre Arbeit auf dem Gebiet der Aus-, Fort-  und Weiterbildung im Musikbereich und wünschte, dass es ihr weiterhin gelingen möge, die Begeisterung junger Menschen für Musik zu wecken und zu fördern.

Reinhard Knoll, der Vorsitzende des aus Landesmusikrat NRW, Kreis Borken und Gemeinde Heek bestehenden Trägervereins der Akademie, dankte für die Einladung in den Landtag. Er erinnerte daran, dass es Wille des Landtags sei, dass sich in Heek die einzige Musikakademie des Landes befinde. Die Akademie verstehe dies als Auftrag, die ganze Breite der Aufgaben einer Landesmusikakademie zu spiegeln und biete den Dialog an, um weitere Impulse und Anregungen für die Zukunft zu erhalten.

Akademiedirektorin Antje Valentin teilte sodann das zahlreich erschienene und musikalisch vorgebildete Publikum kurzerhand in vier Gruppen und studierte doch noch ein Geburtstagsständchen ein – aber nicht gesungen, sondern als zeitgemäßes Body-Percussion-Stück mit Schnippen, Klatschen, Rufen und Winken. Danach präsentierte sie einen kleinen zum Jubiläum entstandenen Film, der die Musikakademie vom Konzertsaal über Bibliothek und Mensa bis zum Heckenschnitt der umgebenden Grünanlagen in Wort (O-Töne) und Bild präsentierte.

Es folgten drei kleine Gesprächsrunden von Reinhard Knoll und Antje Valentin mit Vertretern der für die Akademiearbeit relevanten Ausschüsse. Der Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Weiterbildung Wolfgang Große Brömer (SPD) gab freimütig zu, dass er bisher viel zu wenig von der Arbeit der Landesmusikakademie mitbekommen habe. Über das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ gebe es zwar eine Verbindung zum Schulbereich, er halte es aber für wahrscheinlich, dass auch dort das Nicht-Wissen sehr verbreitet sei. Antje Valentin wies darauf hin, dass sich die Fortbildungen der Akademie für das JeKi-Programm an die Musikschullehrkräfte richte, die über JeKi an die allgemein bildenden Schulen kämen. Große Brömer schloss mit dem Angebot, die Landesmusikakademie in die nächste Weiterbildungskonferenz des Schulausschusses im Herbst mit einzubeziehen. Die kulturelle Bildung komme dort bislang ohnehin zu kurz.

Durch sein persönliches Interesse am Thema Musik in Kindertagesstätten war der Vertreter des Ausschusses für Jugend und Familie Walter Kern (CDU) mit den Initiativen der Akademie in diesem Bereich und mit den jüngsten Veranstaltungen in Kooperation mit weiteren Partnern bereits vertraut. Er halte es für nötig, die frühe Bildung und die nonformale Bildung stärker zu unterstützen; dort müsse auch mehr Geld ausgegeben werden.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien Karl Schultheis (SPD) schließlich erinnerte sich noch selbst an die Zeit der Gründung und die weitere Entwicklung der Landesmusikakademie. Ausgangspunkt sei es gewesen, die Laienmusik zu fördern. Valentin wies darauf hin, dass über die neuen Initiativen z.B. im Bereich der kulturellen Bildung von Kindern nicht vergessen werden dürfe, dass die Fortbildung von Laienmusikern immer noch das Herzstück der Akademie sei – die Akademie bilde jährlich ca. 100 junge Musikerinnen und Musiker aus, die keine Profimusiker seien oder werden wollten. Auf die Öffnung der Akademie zu Wissenschaft und Forschung angesprochen, verwies die Akademiedirektorin mit einigem Stolz darauf, die fünf Musikhochschulen des Landes als Kooperationspartner gewonnen zu haben.

Für eine weitere musikalische Farbe sorgte Kristin Shey, Singer-Songwriterin aus Bielefeld, mit zwei ihrer Songs zwischen den Gesprächen. Bei der Kick-off-Veranstaltung von „create music“ – einem ebenfalls bei der Landesmusikakademie angesiedelte Projekt, das die Musikszene in Westfalen-Lippe besser vernetzen soll – im November letzten Jahres hatte sie die 450 Teilnehmer mit ihren einfühlsamen Songs in ihren Bann geschlagen. In der Glasakustik des Landtags wirkte ihre Stimme geradezu ätherisch.

Zum Abschluss der Veranstaltung spielte eine Combo des JugendJazzIOrchesters NRW Jazz-Standards.

(Heike Stumpf)

Zur Rede der Landtagspräsidentin (Presseportal des Landtags NRW, PDF-Datei, 73 KB) ...

Foto 1: Parlamentarischer Nachmittag des Landesmusikakademie NRW am 6. Mai 2014 im Düsseldorfer Landtag.
Foto 2: Hendrik Gruber und Andreas Busmann (Trompete), Thorben Alexander Gruber (Horn), Johannes Opp (Posaune) und Florian Wolff (Tuba) spielten zur Eröffnung des Parlamentarischen Nachmittags der Landesmusikakademie NRW am 6. Mai 2014 im Düsseldorfer Landtag den 2. Satz aus Viktor Ewalds Qunitett Nr. 1 b-moll op. 5.
Foto 3: Die Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen Carina Gödecke eröffnet den  Parlamentarischen Nachtmittag der Landesmusikakademie NRW in der Bürgerhalle des Düsseldorfer Landtags.
Foto 4: Gesprächsrunde mit dem Vorsitzenden des Trägervereins Reinhard Knoll, Akademiedirektorin Antje Valentin und dem Vorsitzenden des Ausschusses für Schule und Weiterbildung des Landtags NRW am 6. Mai 2014 im Düsseldorfer Landtag.
Foto 5: Combo des JugendJazzOrchesters NRW am 6. Mai 2014 im Düsseldorfer Landtag.

Fotos: LMR NRW