. .

Manfred Niehaus ist gestorben

25.02.13

Am vergangenen Wochenende starb Manfred Niehaus, Komponist und langjähriger Redakteur des Westdeutschen Rundfunks für Neue Musik und für Jazz. Manfred Niehaus vertrat von 1995 als Delegierter und Stellvertretender Landesvorsitzender des Komponistenverbands NRW bis 2006 die musikalisch Kreativen im Landesmusikrat NRW.

Am 18. September 1933 in Köln geboren, studierte Niehaus nach dem Abitur an der dortigen Musikhochschule Schulmusik und auch Komposition bei Bernd Alois Zimmermann, den er Zeit seines Lebens als Leitfigur empfand. In dem von Bernd Alois Zimmermann angeregten Komponistenkollektiv der „Gruppe 8“ wirkte er neben York Höller und weiteren rheinischen Komponisten. Nach beruflichen Stationen an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und als Regisseur am Theater „Der Keller“ in Köln begann Niehaus 1967 in der Musikabteilung des Westdeutschen Rundfunks, ab 1971 als Redakteur für Neue Musik. Er engagierte sich für die Kunstmusik der Zeitgenossen und realisierte eine beeindruckende Zahl von Uraufführungen im Sender. 1978 wechselte er in die Leitung der Jazzredaktion.

In seine Jahre als Jazzredakteur fällt der Aufstieg der Kölner Jazzszene, die sich um die Initiative Kölner Jazz Haus gruppierte, zu einem der wichtigsten Kulturfaktoren in NRW. Niehaus begleitete auch aktiv die Entwicklung des Moers Festivals. Er beschrieb seinen Ansatz als Redakteur in einem Interview mit den Worten: „Ich habe versucht, möglichst alle, die hier in Köln, in der Umgebung, aber auch im Ruhrgebiet, etwas machen, kennenzulernen und nach Möglichkeit auch zum Zuge kommen zu lassen. Es war ein wesentlicher Teil meines Programms: Kultur definiert sich aus dem, was schon am Ort vorhanden ist. Und das wurde auch von außen weitergebracht und provoziert.“

Ab 1990 arbeitete Manfred Niehaus freischaffend als Komponist und Regisseur und engagierte sich ehrenamtlich für die Komponisten in den Verbänden. Sein kompositorisches Schaffen galt dem Musiktheater, Bühnenmusiken, Kinder- und Kammeropern, Orchester- und Chorwerken und vor allem der Kammermusik, die er in originellen Formen belebte. In seinem Vokalwerk wurde der Zyklus für Chor „An der Theke“ legendär, kunstvolle Miniaturvertonungen von umgangssprachlichen Sprüchen, die Niehaus in einer Ehrenfelder Kneipe aufgeschnappt hatte. Kunst und Alltag gehörten für Manfred Niehaus eng zusammen und die Unterstützung musikalischer Kreativität erklärte er für sich zur Lebensaufgabe.

Das Präsidium, die Delegierten und die Geschäftsstelle des Landesmusikrats NRW werden sein Andenken in Ehren halten.

rvz