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„Jugend musiziert – musikkulturelle Vielfalt im Diskurs“, Tagung am 28. und 29.9. in Paderborn

07.07.17

Im Juni 2017 fand in Paderborn der 54. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ statt, bei dem alljährlich junge MusikerInnen ihr Können unter Beweis stellen. Dies nimmt das Institut für Begabungsforschung in der Musik (IBFM) der Universität Paderborn zum Anlass, sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachtagung mit der musikalischen Entwicklung von Jugendlichen unter Berücksichtigung der Veränderung sozialer und gesellschaftlicher Kontexte zu befassen.

Hiermit kann an die Forschung des Institutsgründers Prof. Dr. Hans Günther Bastian angeknüpft werden, der bereits 1987 die Ergebnisse einer umfassenden empirischen Studie zur Wahrnehmung des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ durch TeilnehmerInnen und VeranstalterInnen vorlegte und dessen Daten dringend einer Aktualisierung bedürfen.

Der Fokus der Tagung wird über den Wettbewerb hinausreichen und die gesamte Breite musikkultureller Praxis in den Blick nehmen. Denn wie die gesamte Medienlandschaft ist auch die Musikpraxis durch die Digitalisierung einem maßgeblichen technologischen wie auch kulturellen Wandel unterworfen, der neue Betätigungsfelder erschließt und jenseits des hochkulturellen Paradigmas in den Fokus rückt.

Mögliche Fragestellungen der Tagung lauten daher: Welche neuen Felder musikalischer Betätigung lassen sich identifizieren? Wie haben sich Motivationen und Präferenzen in den vergangenen Jahren verändert? Welche spezifischen musikalischen Begabungsformen lassen sich beobachten? Über welche spezifische Expertise verfügen DJs, Rock- und PopmusikerInnen? Was verbindet schließlich die im Wettbewerb „Jugend musiziert“ institutionalisierte Spitzenförderung und die Pluralität der im jugendlichen Alltag etablierten musikalisch-medialen Handlungswelten? Welche Rolle spielen informelle, non-formale und formale Institutionen bei der musikalischen Betätigung und der Aneignung der entsprechenden Fähigkeiten? Wo liegen individuelle Stärken und Herausforderungen? Inwiefern hat sich durch die Entwicklung der (halboffenen) Ganztagsbeschulung eine Verlagerung der Musizierpraxis Jugendlicher in einen (non-)formalen Rahmen ergeben? Welchen Veränderungsprozessen sind MusikerInnenBiographien unterworfen?

Insgesamt 12 Fachvorträge von Experten aus der Wissenschaft und Berufspraxis sollen aktuelle Erkenntnisse im Spannungsfeld zwischen musikalischer Spitzen-, aber auch Breitenförderung und musikalischer Praxis in medialen Kontexten präsentiert. Daneben soll die Tagung der Fortbildung von MusiklehrerInnen und –pädagogInnen dienen. Schließlich wird insbesondere im Rahmen einer Postersession auch NachwuchswissenschaftlerInnen Raum zur Präsentation ihrer Arbeit geboten.

Zielgruppen: MusikwissenschaftlerInnen und MusikpädagogInnen • MusiklehrerInnen • VertreterInnen der Musikschulen • Studierende • Interessierte aus den Bereichen Musik, Musikpädagogik, Musikwissenschaft

Tagungsleitung / Ansprechpartner: Prof. Dr. Heiner Gembris, Universität Paderborn, Institut für Begabungsforschung in der Musik (IBFM), Pohlweg 85, 33100 Paderborn.  Email: Heiner.gembris@upb.de