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"Jedem Kind ein Instrument" im Ruhrgebiet

08.02.07

Kaum ein anderes Thema beschäftigt Musikpädagoginnen und Musikpädagogen in NRW zur Zeit so wie die Initiative von Landesregierung und Bundeskulturstiftung "Jedem Kind ein Instrument". Sie sehen die große Chance, aber auch die große logistische Herausforderung, die damit verbunden ist: Immerhin sollen bis zum Jahr 2010 Instrumente für 212.000 Grundschulkinder angeschafft, 1.000 Grundschulen einbezogen und natürlich auch das nötige Fachpersonal für den Unterricht in Kleingruppen gefunden werden; ausreichende Räumlichkeiten müssen zur Verfügung stehen und vieles mehr.

Wird die Vernetzung von Schule, Schulmusik und Musikschulen funktionieren" Wie werden die 39 kommunalen Musikschulen des Ruhrgebiets, die einbezogen werden sollen, mit dieser Herausforderung umgehen" Welche Auswirkungen wird dieses Projekt auf den regulären Musikunterricht an den betroffenene Schulen haben, der im Unterschied zu der neuen Initiative nicht nur 50 bis 80 % der Kinder, sondern wirklich alle erreicht (wenn er denn stattfindet)" Und natürlich: Was machen die Kinder in NRW, die nicht das Glück haben, im Ruhrgebiet zu wohnen" Ein Aufbruch und ein Wandel stehen bevor. Das vorgesehene Budget von 50 Mio. Euro wird vieles möglich machen, an das bisher nicht zu denken war.

Informationen zu der jetzt gestarteten Initiative gibt es auf der Seite der Kulturstiftung des Bundes Bundeskulturstiftung: Jedem Kind ein Instrument und zum Ausgangsprojekt "Jedem Kind ein Instrument" auf der Seite Bochum: Jedem Kind ein Instrument

http://www.jedemkind.de/Pressemitteilung des Landesmusikrats vom 05.02.07:

Präsident des Landesmusikrates NRW: "Jedem Kind ein Instrument" bietet Chance für breite Musikalisierung

Anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Rüttgers, Ministerin Sommer, Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff und Staatsminister Bernd Neumann zum Thema "Jedem Kind ein Instrument" in der Bochumer Jahrhunderthalle teilt der Landesmusikrat NRW in seiner Stellungnahme mit, dass er das Engagement der Landesregierung und der Bundeskulturstiftung für das Programm "Jedem Kind ein Instrument" im Ruhrgebiet ausdrücklich begrüßt. Diese Initiative sei, so der Präsident des Landesmusikrates Prof. Dr. Werner Lohmann, ein außerordentlich wichtiger Schritt in Richtung einer kulturellen Bildung, an der nahezu alle Kinder teilhaben können, also ein Schritt hin zur Chancengleichheit. Denn bis zu 80 % der Kinder im Grundschulalter sollen in ihrer Grundschule ein Instrument erlernen können.

Prof. Lohmann weiter: "Durch den sozialen Anspruch weitet sich die Initiative der musikalischen Bildung hin zum umfassenden gesellschaftlichen Engagement; die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund werden besonders in den Blick genommen. Die im Landesmusikrat organisierten Verbände freuen sich darauf, die überzeugende Idee einer Musikalisierung aller Grundschulkinder zu unterstützen."

Die Musikschulen des Ruhrgebiets würden bei "Jedem Kind ein Instrument" zu echten Partnern der Grundschulen. Notwendig sei es allerdings, hierüber den richtliniengemäßen Musikunterricht in den Schulen als Regelangebot für alle nicht zu vergessen. Derzeit werde er, nach Aussage des Schulministeriums, in den Grundschulen zu gerade einmal 1 % durch Fachkräfte erteilt.

Der Landesmusikrat setzt sich in seiner ständigen Arbeit dafür ein, dass Programme zur Unterstützung der kulturellen Bildung mittelfristig auch in den anderen Städten des Landes NRW und insbesondere in den ländlichen Regionen begonnen werden und dass dabei auch dem Singen ein besonderes Augenmerk gilt.