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Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Paderborn – ein (sehr) persönlicher Erfahrungsbericht

09.06.17

Es war im August 2007. Das Land Nordrhein-Westfalen veranstaltete in Paderborn den „NRW-Tag“ und der Landesmusikrat war prominent vertreten: Auf mehreren Bühnen konnten große und kleine Formationen aus dem ganzen Land ihre Künste zeigen.

Nun kam es am Samstagabend, nach getaner Arbeit, zu jenem mittlerweile legendären Kickermatch im „Multikult“  (gleich neben der Paderhalle), bei dem das Team des LMR gegen das des Kulturamts Paderborn antrat. Der Sieger ist nicht überliefert, jedoch begründete dies eine wunderbare Freundschaft zwischen Düsseldorf und der Stadt am Ursprung der Pader.

Es lag nun nah, bei der Suche nach einem Austragungsort für den Landes-Orchesterwettbewerb 2011 auf die Stadt Paderborn und den dortigen Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner zuzugehen und anzufragen, ob wir nicht vielleicht …?

Aus „vielleicht“ wurde schnell ein „ganz bestimmt“ und der 8. Landes-Orchesterwettbewerb NRW in Paderborn wurde ein großer Erfolg, nicht nur für den Landesmusikrat und die vielen Musikerinnen und Musiker, sondern auch für die Stadt Paderborn.

Nun hatten die Verantwortlichen in Paderborn (Christoph Gockel-Böhners Tochter nahm in dem Jahr selbst am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil) regelrecht „Blut geleckt“ und taten alles, um die Ausrichtung eines weiteren Großereignisses, des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, an die Pader zu holen.

In diesem Jahr war es nun soweit und die Stadt tat auch zum 54. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ alles und noch viel mehr, um das Großereignis nicht nur zu „stemmen“, sondern es für alle unvergesslich zu machen.

Mein persönliches Fazit ist: Das ist gelungen, und wie! Als Mitglied in einer der Jurys bekam ich hautnah mit, wie alles ineinandergriff, wie gut die Zusammenarbeit des Münchner Teams des Wettbewerbs mit den Häusern, der Stadtspitze, der Gastronomie funktionierte und wie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern allerbeste Rahmenbedingungen geboten werden konnten. Das begann mit der Bereitstellung hervorragend geeigneter Räume und Flügel, ging über minutengenau eingehaltene Zeitpläne und hörte mit umjubelten Abschlusskonzerten in der Paderhalle noch lange nicht auf.

So kam z. B. irgendjemand in Paderborn (ich habe das Kulturamt in Verdacht) angesichts des Schwerpunkts „Klavier solo“ in diesem Jahr auf die großartige Idee, in der fußläufig hervorragend erfahrbaren Innenstadt an verschiedenen Stellen Klaviere einfach auf die Straße zu stellen (das Wetter spielte mit). Weiter musste dann nichts mehr organisiert werden: Spontane Platzkonzerte flanierender junger Pianisten waren die Folge. Vieles mehr fand statt: Im Rathaus und anderswo gab es Workshops und Ausprobier-Instrumente, im Schützenhof ein Dinner für die Jurys und ein großes Fest für die Jugendlichen und, und, und.

Nur einen Kicker, den fand ich am Dom leider nicht.

Die Ergebnisse der Jugendlichen aus NRW und aus ganz Deutschland waren wieder sehr beachtlich. Eine Übersicht finden Sie hier:

http://www.jugend-musiziert.org/bundeswettbewerb/ergebnisse.html

(Michael Bender)

Foto: Nach drei Preisträgerkonzerten am 5., 6.und 7. Juni ging der 54. Bundesewettbewerb „Jugend musiziert“ am 8. Juni mit einem Festakt in der Paderhalle zu Ende. Paderborn war vom 1. bis 8. Juli 2017 erstmals Hauptstadt des deutschen Musiknachwuchses. Foto: Erich Malter.